(6)

Ich bin im Waschraum des Kindergartens. Allein mit einer Erzieherin. Der Waschraum ist dunkel und gekachelt. Ich bin dort, weil ich Seife gegessen habe.

Andererseits die Erinnerung, dass ich während der Grundschulzeit einmal Seife gegessen habe, weil man mir erzählt hatte, davon bekäme ich Fieber (ich bekam kein Fieber), und ich musste unbedingt einen Weg finden, die anstehende Klassenarbeit nicht mitschreiben zu müssen.

Die Erinnerungen passen nicht zusammen. Sie laufen auf eine Art parallel, die nie dazu führen wird, dass sie einander überschneiden (bei beiden Erinnerungen ist es das erste und letzte Mal, dass ich Seife esse). Es gibt keine Schnittstelle, um daraus eine Geschichte zu machen.

4 Gedanken zu “(6)

  1. Manchmal fühlt man sich ertappt dabei, etwas ganz genauso gemacht oder gedacht zu haben.
    Als sei vieles, in dem wir uns immer allein gefühlt haben, eigentlich aus so eine Art kollektiven Erfahrungspools.
    Hätte mir damals jemand gesagt, dass er genauso auf den Seifen-Fieber-Trick hereingefallen ist, hätte ich mich weit weniger dafür geschämt.
    Im Verlauf meiner Schulzeit habe ich dann aber auch irgendwann herausgefunden, welcher Trick tatsächlich funktioniert. Da hatte sich das Ganze aber schon überholt und ich musste keine Angst mehr vor Klassenarbeiten haben…

  2. Das mit dem Erinnern ist eine spannende Sache. Sie stricken sich im Hintergrund neu.
    Seife- das hab ich auch Mal probiert auch Mal in die Armbeuge über Nacht damit der Knochen bricht.

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