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Und immer wieder, ständig neu, füllt sie das Glas nach, das nichts fassen kann. Übermüdet von ihrer Unermüdlichkeit.

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Erwartungen haben, ohne darauf zu warten, dass sie sich erfüllen. Das wäre dann die Freiheit der Hoffnung. Ich folge mir zu diesem Punkt. Aber meistens gehe ich auf dem Weg verloren.

Die an mich glauben. Und die anderen, die in diesem Glauben herumkritzeln. Unsere Unsicherheit, die uns, gezeigt, oder nicht gezeigt, miteinander verbindet.

Wir verteidigen unsere Rede, als wären das wir.

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Ich habe immer noch Angst. Ich erinnere mich nur bruchstückhaft.

Vielleicht sind die Erinnerungen, die ich niemals aufgeschrieben habe, die nur in meinem Kopf bestehen, die einzigen, die wirklich zählen. Als würde nur das zählen, was wir nicht erzählen wollen oder können. Als würde die Bedeutung erst jenseits der unüberbrückbaren Grenzen unserer Sprache liegen. Als könnten wir uns nur durch Sprache mitteilen. Aber vielleicht geht es einigen von uns genau so Und anderen steht gar kein Medium zur Verfügung. So dass sie allein (ungeteilt und ungeheilt) bleiben müssen in ihrer Angst und Wut. Kommt daher der Hass?

Ich verliere den Faden. Ich komme den Gedanken nicht hinterher. Ich kann die Instanz nicht benennen, die alles noch während des Denkens aussortiert und verwirft. Meint sie es gut mit mir, oder nicht?

Ich unterscheide mich. Dieses Bewusstsein bleibt immer. Egal wie sehr die Ränder verschwimmen.

Was mich bedrückt, könnte etwas Dunkles sein, das nach Ausdruck verlangt, um sich in Licht verwandeln zu können. Vielleicht. Etwas Schweres, das nach Form strebt, um schweben zu können. Wenn da kein Mut ist, tut es vielleicht auch Übermut.

Verwandlung

Die Sätze, die dort stehen. Seit Jahren unverändert. Aber plötzlich erhalten sie einen Sinn. Einen Sinn, den sie immer schon hatten, aber ich erkenne ihn erst jetzt. Nicht weil die Worte sich verändert haben, sondern weil Worte nie feststehen. Weil sie sich immer verwandeln, durch den, der sie liest.

Glaubensbekenntnis ans „m“

Heute ist ein gutes Gefühl. Aber schief. Eine schmerzhafte Freiheit überladen mit dem „m“, das nach jedem Durchstreichen wieder auftaucht, unübersehbar da ist, sich nicht ausradieren lässt (und dann bist du plötzlich tot. Ohne Vorwarnung. Einfach so.) Und wir sollen das nicht nur glauben, sondern weiterleben mit der Unumstößlichkeit dieser Nachricht. Die keine Nachricht ist, sondern ein Glaubensbekenntnis ans Ende der Welt