(8)

Wir schöpfen aus der Leere. Die Leere ist unausschöpflich. Ein alles verschlingendes schwarzes Loch mit Goldrand.

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(6)

Nichts davon ist schließlich überlebenswichtig: nicht die Filme, nicht die Geschichten und Gedichte, ebenso wenig wie Kunst und Musik. Und aus diesem Überfluss entsteht Freiheit. Aber Freiheit braucht den Mut, sie zu nutzen, sonst wird sie unversehens zu Beliebigkeit.

Vielleicht ist es mit dem Denken ähnlich. Das Denken braucht den Mut zu scheitern, sonst versandet es in der Reproduktion der immer gleichen Gedanken.

Das Aushalten der Widersprüche als Gegenbewegung zum ermüdenden Recht haben Wollen.

(5)

Eine Gesellschaft vermummt sich, eine andere vergreist. Wer sich nicht abfinden will mit der Zukunftslosigkeit seiner Kinder, ertrinkt im Mittelmeer. Andere demonstrieren jeden Freitag friedlich aus privilegierter Position. Der Rest verfolgt die Nachrichten ohne Zeit sie zu lesen, weil die Kommentare nicht fundiert, sondern schnell und zackig sein müssen, damit man wenigstens einmal für Sekunden die Aufmerksamkeit erfährt, die man sein ganzes Leben entbehrt hat.

 

(4)

Wie die richtigen Worte erst kommen, wenn sich ein paar falsche versammelt haben.

Selbstbewusst. Was auch immer das heißt. Abtauchen in einen Bereich, der mit allem verbunden ist. Und nicht atemlos angstvoll nach Luft schnappend auftauchen, sondern da bleiben.

(3)

Die fehlende Gelassenheit und Zuversicht. Was es mit Hiob auf sich hat. Was ist der Unterschied zwischen Vertrauen und Zuversicht? Und was nützen mir die Gedanken, wenn ich sie dann nicht verbinden kann?

Die Fragen, an denen ich mich wie mit Stöcken tastend und zögernd fortbewege. Die mich stützen und mir Halt geben.

Alleine bin ich vollkommen hilflos. Und gleichzeitig ist alles einfacher.

(2)

Schließlich konnte sie rein gar nichts mehr festhalten, schon gar nicht den Gedanken an ein gelobtes Land. So sehr zitterten ihre Hände, dass alles verschwamm und verschwand. Jede Reihenfolge geriet durcheinander, ohne etwas zu berühren, geschweige denn zu durchdringen.

I

Ich fühle mich schwach, schreibt sie. Ich wünsche mir Eindeutigkeit. Die Ablehnung, die daraus resultiert, hänge ich mir als Mantel um. Schon bald wird es kalt werden. Das glitzernde Eis glasklarer Gedichte.