Verletzungen

Es ist ja so, dass jeder von uns seine eigenen Verletzungen erfahren muss. Dass es eine Lehre gibt, die wir begreifen müssen, eine Aufgabe, die erfüllt werden muss. Und das gelingt mal schmerzhafter und ein anders Mal leichter, aber helfen kann uns niemand dabei. Nur beistehen und uns ermutigen, eine Deutung zu finden, die es uns ermöglicht, uns selbst anzunehmen. Uns, und diese Aufgabe, die uns gestellt wird.

18. Januar

Meine kleine Kapelle der Grausamkeit, und wie die kleine Frau sie stürmt (die Worte flossen aus mir heraus, überschwemmten die Zuhörer. Kein Applaus, denn als ich fertig war, waren alle in diesem Wortschwall ertrunken. Niemand mehr übrig, der applaudieren konnte. Nur Stille.)

Narben

Man denkt ja nicht, dass es auch ganz anders sein könnte, in solchen Situationen und noch weniger, dass es sich ändern wird. Dass schon bald alles ganz anders aussehen wird. Weil das so ist mit der Wahrheit, wie mit diesen optischen Täuschungen. Je nachdem aus welchem Winkel man guckt, erscheint ein anderes Bild.

Das ist es, was einen so wehmütig macht, wenn man sich erinnert. Einerseits. Was einem aber auch Mut macht, weil man begreift, dass man auch über schwere Zeiten hinweg kommt. Dass selbst der schlimmste Kummer, wenn nicht vergeht, so doch wenigstens verblasst, wie eine Wunde, die sich schließt. Und die Narbe, die später an die große Verletzung erinnert, tut nur noch selten weh. Nur bei Wetterumschwung zum Beispiel.

 

Mutterbilder

Mutterbilder

Der im Sommer entstandene Tausend Mutterbilder Blog stagniert. Das liegt an mir und an der fehlenden Resonanz.

Was nicht heißen soll, dass ich nicht sehr sehr dankbar und erfreut bin über all die wundervollen Beiträge, die bisher eingegangen sind. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die Bilder, Gedanken, Gedichte und Geschichten beigesteuert haben!

Nichts desto trotz hatte ich mir das alles anders vorgestellt. Weniger arbeitsintensiv. Und mit einer größeren Beteiligung. Seit Wochen schon habe ich keine Beiträge mehr bekommen. Vielleicht lege ich jetzt eine Pause ein und warte ein, zwei Monate ab, wie sich alles entwickelt. Meine Motivation und die Bereitschaft von Töchtern und Söhnen, Vätern und Müttern, über dieses Thema zu reden, zu zeichnen, zu singen…

Tempo

Ich bin zu langsam. Und ich werde immer langsamer. Das macht mir manchmal Angst, manchmal finde ich es einfach nur schade, und fast die ganze Zeit wundere ich mich, warum das so ist. Wann das so geworden ist und ob es jetzt für immer so bleiben wird. Für eine Rezension, die gestern auf Signaturen erschienen ist, habe ich fast drei Monate gebraucht, ich habe den Band immer wieder gelesen, um doch noch irgendeinen Zugang zu finden, der über das Erkennen eines perfekt beherrschten Handwerks und einer großen intellektuellen Kraft hinaus geht. Es ist mir nicht gelungen. Was aber blöder ist als dass ich „Lehrgedichte“ nicht als solche erkenne, nachdem Daniela Seel diesen Begriff auf FB für Cojocarus Gedichte vorgeschlagen hatte, leuchtete dieses Etiket mir sofort ein, ist die Tatsache, dass ich die angeblichen „Fakten“, die ich in der Besprechung untergebracht hatte, nicht belegt habe. Das ist dumm und es wird mir eine Lehre sein.