Zu viel

Es sind hauptsächlich zwei Dinge, die mich derzeit diesen Blog hier in Frage stellen lassen: zum einen gibt es so viel, viel zu viel von allem. Zu viele Blogs, zu viele Bücher, zu viele Kritiken und zu viele Diskussionen darüber. Ich finde mich nicht mehr zurecht, mir wird das alles zu viel. Und ich habe das Gefühl, ich sollte besser schweigen als dem Vielen ein noch mehr hinzuzufügen.

Was zum zweiten Punkt führt: ich glaube nicht, dass ich etwas zu sagen habe. Nichts wirklich relevantes. Mein Schreiben hier ist seit einiger Zeit ein um mich selbst kreisen. Kann sein, dass das notwendig ist. Dennoch langweilt es mich. Und ich denke nicht, dass ich diese Langeweile auch noch teilen sollte.

Vielleicht werde ich von Zeit zu Zeit auf Entdeckungen hinweisen, die ich gemacht habe. Vielleicht bleibt es hier aber auch so lange still, bis ich das Gefühl habe, wieder etwas zu sagen zu haben, dass sich für andere zu lesen lohnt.

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Der Unterschied. Die einfältigen Kleinigkeiten. Und natürlich verlernt man zu erzählen, wenn man zwanghaft versucht, die Wahrheit über sich selbst zu finden, statt mit der Wahrheit zu spielen.

 

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Mein erstes Kinderbuch der Geduld.

Und der plötzlich hereinbrechenden Kälte.

Nicht mehr beschränkt auf die Suche.

Vielmehr versuchen den Mut für eigene vorläufige, vielleicht sogar falsche, Antworten zu finden.

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Ein Teil von mir ist längst schon tot. Ein anderer lebt weiter. Kein Rhythmus gibt es her diesen toten Teil wieder auferstehen zu lassen. Wir suchen die Bedeutungen in der Form, stoßen uns wund an unseren Gedanken. Schrankenwärter der Vernunft.

Eines Tages erwachte E. mit einem Todesgedanken, mit den Resten einer längst verfaulten Haut.

Die Form verändert uns. Oder verändern wir uns nur auf die schrecklichste Weise, weil wir an der Form festhalten, die wir für uns selbst halten und die doch vergehen muss, verschwinden, immer weniger werden, sich auflösen in wohlwollend durchsichtigen Nebel, damit etwas frei gesetzt wird, entweichen und heimkehren kann, das wir nicht mehr ich nennen, das uns im wahrsten Sinne des Wortes ausmacht?

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Allein in der Küche sitzen und die Vergangenheit vermissen, während ich gleichzeitig weiß, dass ich die Vergangenheit gar nicht zurück haben will.

 

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Die Zeit fließt. Ich stehe.

Etwas hält mich zurück, das viel stärker zu sein scheint als ich. Dabei ist es nur hartnäckiger. Geduldiger.

 

Und was bleibt nach dem Tod?

Nichts. Nur die Lebenden, die sich zulächeln, die sich erinnern. (Marguerite Duras, C´est tout)

 

Ich habe verlernt zu spielen. Oder ich habe nie ernsthaft genug gespielt.

Das Mädchen mit den Zündhölzern

Wir hüteten unser Augenlicht, weil es nichts gab, was wir sonst hätten hüten können. Unser Kind war so hungrig wie wir. Allein, sie hatte die Hoffnung noch nicht verloren. So ging sie auch an diesem Wintertag mit bloßen Füßen hinaus, um Zündhölzer zu verkaufen. Ein Brand, den keine Tränen löschen können. Das ist es, was uns seither am Leben hält.