Das Ich als Lichtnerv…

In der neu gegründeten Lyrikkritikakademie durfte ich nun schon von drei Workshops profitieren und meinen zweiten Pecha Kucha Vortrag ,dieses Mal über den wunderbaren Gedichtband von Birgit Kreipe, halten.

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Frauen, die auferstanden sind

Ich kann nicht wirklich viel anfangen, mit diesem Fest, das wir jetzt feiern. Auferstehung. Was soll ich darunter verstehen? Gestern habe ich zufällig gehört, wie jemand Auferstehung als Metapher für die Hoffnung, dass sich alles jederzeit änder kann, verstanden hat. Das hat mir gefallen. Und es erinnert mich an den bemerkenswerten Bildband „200 Frauen“, in dem die porträtierten Frauen allesamt zeigen, wie sie selbst persönliches Leid auf beeindruckende und außerordentlich inspirierende Weise verwandelt haben. Ein Buch, das wirklich ungeheuer ermutigend ist. Ich durfte es für Fixpoetry besprechen: 200 Arten, der Welt Miete zu zahlen.

Hier gibt es zusätzliche Bilder der Frauen.

Ein weißes Feld – Lucas Cejpek

Ein weißes Feld“ ist Kunstgeschichte, Filmgeschichte, Literaturgeschichte, keine umfassende Abhandlung, eher eine Ansammlung zufälliger Eckpfeiler, an denen entlang die Assoziationen ein Feld beschreiben, weiß, aber aufschlussreich.
Das „Ich“ erscheint dabei als weißes Blatt, ergebnisoffen, oder unmöglich zu erkennen.

James Salter lesen und etwas über Besprechungen erfahren

Alles, was ist, von James Salter gelesen. Zunächst konnte ich die Begeisterung, die das Erscheinen des Buches damals begleitet hatte, nicht recht verstehen. Mich irritierte die Beiläufigkeit, mit der Katastrophen aufgezählt wurden, auch diese im wahrsten Sinne des Wortes gleichgültige Perspektive hat mich irritiert. Dennoch konnte ich mich dem Buch nicht entziehen, da war etwas, das es besonders machte. Und jetzt,  nachdem ich es zu Ende gelesen habe, habe ich eine Rezension auf Zeit online gelesen, die meine Irritation aufklärt. Das ist die Erfahrung einer wirklich gelungenen Rezension, die das Werk einordnet, die erklärt, welche Form gewählt wurde und warum. Also nicht nur ein gutes Buch gelesen, sondern auch ein Stück weit wirklich begriffen, was Besprechungen leisten können. Leisten sollten.

Birgit Kreipe – Soma

In der sehr lesenswerten Zeitschrift „Mütze“ beschreibt Ron Winkler in einem Beitrag über Sebastian Häfner das Gedicht als Raum von Wahrnehmung und Wahrnehmungslücken, und genau nach dieser Definition verfährt Birgit Kreipe in ihrem überaus lesenswerten Gedichtband „Soma“.