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Und immer wieder, ständig neu, füllt sie das Glas nach, das nichts fassen kann. Übermüdet von ihrer Unermüdlichkeit.

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Ich habe immer noch Angst. Ich erinnere mich nur bruchstückhaft.

Vielleicht sind die Erinnerungen, die ich niemals aufgeschrieben habe, die nur in meinem Kopf bestehen, die einzigen, die wirklich zählen. Als würde nur das zählen, was wir nicht erzählen wollen oder können. Als würde die Bedeutung erst jenseits der unüberbrückbaren Grenzen unserer Sprache liegen. Als könnten wir uns nur durch Sprache mitteilen. Aber vielleicht geht es einigen von uns genau so Und anderen steht gar kein Medium zur Verfügung. So dass sie allein (ungeteilt und ungeheilt) bleiben müssen in ihrer Angst und Wut. Kommt daher der Hass?

Ich verliere den Faden. Ich komme den Gedanken nicht hinterher. Ich kann die Instanz nicht benennen, die alles noch während des Denkens aussortiert und verwirft. Meint sie es gut mit mir, oder nicht?

Ich unterscheide mich. Dieses Bewusstsein bleibt immer. Egal wie sehr die Ränder verschwimmen.

Was mich bedrückt, könnte etwas Dunkles sein, das nach Ausdruck verlangt, um sich in Licht verwandeln zu können. Vielleicht. Etwas Schweres, das nach Form strebt, um schweben zu können. Wenn da kein Mut ist, tut es vielleicht auch Übermut.

25. Dezember

Ich glaube diese Sache mit der Kreuzigung nicht so wörtlich, habe ich zu M. gesagt, und dann hatte ich nicht den Mut, zu sagen, wie ich es meine. Dass wir (jeder einzelne von uns mit seiner Angst und Negativität) Jesus immer wieder ans Kreuz nagelt. Und dass ebenso jeder von uns das Potential hat, ihn wieder auferstehen zu lassen.

Weihnachten ist, wenn jeder erkennt, dass er selbst das Kind in der Krippe ist, wie U. es gesagt hat. Oder S, die sagt: das sind alles wir.

23. Dezember 2018

I

Mein Denken ist der Ausläufer eines Tiefdruckgebietes. Weil ich das nie gelernt habe: Alt werden, verschwinden.

Wir träumen uns aus den Zusammenhängen hinaus in Klischees. Wir suchen bedingungslos unser Recht Das Fohlen der Wahrheit.

II

Wir sind die Ausläufer eines seelischen Tiefdruckgebietes. Unfähig zu begreifen, was wir tun. Wir halten einander gefangen in Denkgebäuden, in denen es weder heiß noch kalt wird. Die uns zu schützen scheinen gegen die Unbill der Welt.