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Die Lumpen meiner Erinnerung. Gehört einem die Erinnerung, oder eignet man sie sich an? Und was hat das Gehör mit Besitz zu tun?

Kann man irgendwann wieder so gedankenlos im Einklang mit sich selbst sein, wie damals als Kind? Oder ist auch (wieso auch?) das nur eine romantische Vorstellung?

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Im Begriff verschwinden. Vielleicht ist das der Urgrund, der Traum des Schreibens überhaupt.

Verwandlung

Die Sätze, die dort stehen. Seit Jahren unverändert. Aber plötzlich erhalten sie einen Sinn. Einen Sinn, den sie immer schon hatten, aber ich erkenne ihn erst jetzt. Nicht weil die Worte sich verändert haben, sondern weil Worte nie feststehen. Weil sie sich immer verwandeln, durch den, der sie liest.

Fehler

Was ist ein Fehler?

Ist es ein Mangel, zu wenig von etwas, wie der Wortstamm „fehlen“ nahelegt?

Oder ein „mistake“, ein Fehlgriff, eine falsche Entscheidung, eine Handlung, die nicht, oder anders hätte erfolgen sollen? Und was sagt es über die jeweiligen Völker aus, das die einen offenbar das eine in den Vordergrund stellen, während die anderen, das Gewicht auf einen anderen Aspekt legen?

26. 08. 2018

Manchmal muss irgendetwas mich daran erinnern, wie unglaublich wertvoll mir Literatur ist. Sätze, die nicht einfach etwas behaupten, die nicht vorgeben, Wahrheiten und Fakten auszubreiten, sondern sich in den Dienst des Zweifels und der Ambivalenz stellen. Die damit Leerstellen öffnen, Abgründe. Aber auch die Möglichkeit, zu träumen, selbst zu denken. Weil nichts feststeht, außer der Bewegung. Durch Denken und Lesen.

Solche Sätze, wie sie in Tristan Marquardts „parzival lexikon“ nachzulesen sind:

„nur gleiche möglichkeiten führen zu anderen ergebnissen.“

oder:

„was ich erfinde, sagt der erzähler, ist, wie ich das,was ich vorfinde, erzähle, eine geschichte, wie passiert, was passiert.“

 

Tod

Der Tod drängt sich gerade wieder in den Vordergrund. Die Nachricht vom plötzlichen Tod Oleg Jurjews, die Betrachtungen von Andreas Wolf, diese wohltuende Wut, die ich fast nie empfinde.

Ich selbst hatte mir im Juni notiert: Was, wenn der Tod aber wirklich die Vollendung des Lebens ist? Die Krönung, das Beste und Schönste, das einem Lebewesen widerfahren kann? Würde das nicht alles radikal ändern? Wir hätten keine Angst mehr vor dem eigenen Tod, und auch der Tod der anderen verlöre seinen Schrecken, er wäre nur noch deshalb schmerzhaft, weil uns dieser eine, unersetzliche Mensch fehlt. Aber was für ein Trost, wenn wir glauben könnten, er habe das größte Geschenk empfangen und eine bessere Stufe erreicht.

Würde die Gesellschaft unter diesen Bedingungen überhaupt noch funktionieren? Steht darum nichts über den Tod des ersten Menschen in der Bibel? Nur diese Sache mit der Auferstehung? Und über Lazarus, der von den Toten wieder auferweckt wird?