Pflegeprotokolle

„Ich weiß nicht, ob Soziale Arbeit und Pflege tatsächlich aufwertbar sind, ohne das sich alle Menschen aktiv mit ihrer eigenen Sterblichkeit und ihrer eigenen Fragilität beschäftigen. Dass Leute den Gedanken zulassen: <Auch ich könnte arbeitslos werden, und ich könnte dann mein Haus verlieren> Das ist nicht immer nur der Loser von nebenan, der nichts auf die Kette kriegt, es kann jedem passieren“ (Pflegeprotokolle, S. 54, Frédéric Valin)

Ein aufschlussreiches und wichtiges Buch. Hoffentlich lesen es die richtigen! Da sind so gute Ideen und Gedanken drin.

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Was ich nie hatte, oder immer nur schwach und phasenweise, ist Ehrgeiz. Sobald eine Herausforderung anfing sich zu behaupten, verschwand der Ehrgeiz. Vermutlich ist das der Grund, warum ich die Jobs mit monotonen, sich wiederholenden Handgriffen und Mustern, am längsten behalten habe (ich habe kürzlich versucht nachzuzählen, in wie vielen Arbeitsverhältnissen ich mein Geld verdient habe und kam auf unglaubliche 20!). Und die ich wegen eben dieser meditativen Monotonie mochte. Der Küchendienst im Altenheim war einer davon. Die unterirdisch schlechte Bezahlung machte ich einfach durch noch mehr Schichten wett. Immerhin gab es einmal zu Weihnachten ein, vermutlich im Eigenverlag erschienenes, Buch der Heimleitung. Ich habe es nie gelesen.