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Ich bin ein Puzzleteil, ohne rettende Hand im Gesamtbild verloren.

Die Versprechen, die man uns gemacht hat, um uns zu brechen. Während wir blindlings in jeden Abgrund an Hoffnung fielen. Einfielen wie ein feindliches Heer in das gelobte Land der Hoffnung. Immer weiter voran stürmend. Bis wir geschlagen stillstanden vor der Mauer aus Aussichtslosigkeit.

Ausharrend. Wider besseren Wissens wartend auf die Sprengkraft neuer falscher Versprechen.

Montag

Es gibt diese Tage
Da kommt ein Fisch geflogen
Und erklärt dir die ganze Welt
Da ist nichts mehr notwendig
Und alle Briefe die niemals geschrieben werden
Sind für dich
Die ausgekugelten Augen
Die durch die Nächte rollen
Die Lippen die noch nicht wissen
Dass ihre Berührung das Versprechen nicht einlösen kann
Die Verlassenheit in den Zügen
Die leeren Blicke in den Straßen
Du trittst aus der Tür
In eine verlorene Landschaft
Mit einer Haltung aus Kleingeld
Nach dem sich niemand bückt

Novembernebel

Sie schluckt diese Tabletten und der Nebel kommt. Wohltuend weicher Nebel. Fast zärtlich. Die Feststellungen verlieren das Feste, ohne ins Wanken zu geraten. Alles wird diesig und dunstig, weich und fließend wie ein Aquarell.

Sie verschwimmt und vergisst, dass sie zurück fließen muss. Sie ist der Novembernebel für den es keine Jahreswechsel gibt.

 

Wie wäre das, wenn alles gleich bliebe, nur sie würde sich verändern? Oder andersherum: alles veränderte sich, außer ihr? Wäre das Stillstand? Gibt es das überhaupt; Stillstand? Ist nicht immerzu alles in Bewegung in das Nichts hinein, aus dem Nebel hinaus.

Nebel. Als wäre das ein Ziel.

 

Wie viel Gewicht der eigene Körper bekommt, wenn er verlassen wird. Erleichtert um das Versprechen des Gemeinsamen.

Fortschreiben und dann

Die Tür schließen und das Fenster öffnen. Erst das eine und dann. Gleichzeitigkeit kommt später und gewinnen war einmal. Es wird Frühling und das heißt, dass der Herbst längst vergessen ist. Mehrere Breitengrade nördlich. Aber von Geografie habe ich noch weniger Ahnung als von gutem Benehmen.

Vorwärts, rückwärts, seitwärts, ran. Ein Hut, ein Stock, ein Re-gen-schirm.

Und was nicht fließt, das tröpfelt.

Das schlechte Gewissen ist ohnehin immer dabei. Dabeisein ist alles. Immer wieder Aufstehen auch. Wer aufgibt, ist ein Spielverderber. Mir fällt nichts ein, darauf falle ich herein. Ich habe die Gabe eines kränklichen Gemüts. Immer auf der Suche nach großen Gesten.

Scherben aus gebrochenen Versprechen sammeln. Ein Versprechen und wie nah das am Sich versprechen liegt und von da ist es nur ein Buchstabensprung zum Verbrecher, der nicht notwendig ein Versager ist.

Es gibt einen Mann, der baut sich aus falschen Versprechen ein Haus. Und so weiter. Und so fort. Wir schreiben uns fort und das ist immerhin ein Anhaltspunkt, zu dem man zurückkehren kann.