Verknüpfungen – Lesung am 19. September in Melle

Ich habe ja lange lange Zeit darunter gelitten eher eine Einzelgängerin zu sein, als Kind ganz besonders. Später dann habe ich andere Einzelgänger gefunden, die mir eine gute Gesellschaft waren. Aber gerade bei der Arbeit war ich lange Zeit lieber für mich, Gruppenarbeit, Teamgeist, das war mir eher suspekt. Schreiben ist ja ohnehin ein großes Gespräch über alle Grenzen (Zeit, Nation, Geschlecht usw.) hinweg, und viele Jahre lang genügte das geschriebene Wort als Gegenüber. Aber spätestens in dieser eingeschlossenen, seltsam aus allen Bezügen gefallenen Zeit der Coronaepedemie habe ich gemerkt wie wichtig mir andere Menschen sind. Wie anders und beglückend die gemeinsame Arbeit ist. Und zum Glück habe ich mit einigen für mich sehr wertvollen Menschen Mittel und Wege gefunden, der verordneten Kontaktarmut etwas poetisch Kraftvolles und Tröstendes entgegen zu setzen. Wir haben im kleinen Kreis angefangen und dann angesichts des großen Ideenreichtums und Engagements von Künstlerinnen in unserer Nähe immer weitere Kreise gezogen, uns verbunden, unsere Arbeiten verknüpft. Heute treffen wir uns zum Feinschliff bei der Generalprobe und am nächsten Sonntag können wir hoffentlich viele Menschen begrüßen, die Lust haben sich auf unsere Verknüpfungen einzulassen. Ich freue mich auf jede und jeden Einzelnen. Und bin aufrichtig dankbar für all die wunderbaren Begegnungen, die mir das Leben bis jetzt geschenkt hat.