Test

Das Unverständnis nimmt das schwindelerregende Vergehen der Zeit bei der Hand. Sie behaupten zu tanzen. In Wirklichkeit stolpern und stürzen sie bloß. Macht eine Behauptung dieses Straucheln zum Tanz? Vielleicht.

Versuchen Sie dies: Nehmen Sie sich selbst bei der Hand. Und lassen Sie sich dann stehen.

Versuch die Ausstellung „Gestern ist morgen“ über Sophie Taeuber Arp zu sehen.

Formensprache sagen sie. Aber wie sprechen Formen? „Die Verschränkung der Zeit in die Form“, was soll das sein?

Puppen, Marionetten. Sie selbst hat getanzt. Tanz war ihre große Leidenschaft.

Eines ihrer Bilder nennt sie: „Pathetische Komposition“. Ich bin begeistert von diesem Titel.

 

Die Marionetten sind wunderbar. Geometrisches Schweben. Bedrohlich naiv. Unverwundbar durch ihre harmlosen Ecken. Kanten, die unberührbar machen, unbeholfen und kindlich-naiv. So eine Art schwebende Einsamkeit.

Die Mutter

Die Frau tanzt. Sie ist noch jung, und doch ist ihre Schönheit reif und schon bereit für das Opfer des Verfalls.“ (Marguerite Duras)

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Diese Frau ist meine Mutter. Ich bedauere sie. Aber ich bedauere sie auf die mir eigene, mitleidlose Art. Ich lasse sie nicht aus den Augen. Ich werde ihren Verfall genau registrieren. Nichts wird mir entgehen.

Sie tanzt und während sie tanzt, stirbt sie.

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[Matrix 2013]

Melodie

Der besondere Charme des Schnees
Der besondere Charme des Schnees

Irgendetwas spielt sich immer auf. Das Ego, die Zeit, der Schnee. Spielt sich auf, ohne eine Melodie erklingen zu lassen. Sie wollen Vordergrund, Oberfläche, diese Begriffe. Und wir lassen uns erschlagen von dem Lärm, statt selbst den Ton anzugeben. Unser kleines Lied des Zweifels in den Weg zu stellen. Uns entgegen zu setzen und wenn wir Glück haben, wird daraus eine Melodie, zu der man tanzen kann.

Zu sprechen wie ein Gebet zur richtigen Stunde

Auf den Gemeinplätzen trifft man sich

Um einander die Pläne zu stutzen

Und Worte auszutauschen

Die das Leben in ein Kassengestell einfassen

Die vom Einklang der Welt erzählen

Mit dem Singsang kommunistischer Freudlosigkeit

Dort glaubt man an die Gültigkeit von Begriffen

Die die Sehnsucht mit Schuhen versehen

In denen sie tanzen kann

Aber niemals laufen lernt

Zu den aufgebahrten Worten

Zu sprechen wie ein Gebet

Zur richtigen Stunde