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„Den Tag ins Bett legen“ – ein Druckfehler, der voller Poesie ist, einen Raum voller Möglichkeiten öffnet.

Der Raum wird warm, weitet sich, während die Erwartungen abkühlen, sich zurückziehen.

Wie die Dunkelheit uns verschwinden lässt, um der Vorstellung von etwas anderem, davon, wie wir sein könnten, Raum zu schaffen.

Dieser Tag

Die Entfernung einer vertrauten Betrachtung
Da fließt die Hoffnung
(so ein bedächtiger Fluss)
die trägen einsilbigen Worte
der wiederholte Versuch
eigenmächtig die Sonne zu blenden
damit der Moment die Schatten verschluckt
das Fortdauern der Verständnislosigkeit
der leise Verrat der Begriffe
die Bedenkenlosigkeit eines traumlosen Glücks
die Oberfläche die sich auf die Bedeutung legt
so gerissen belanglos
wie dieser Tag

Halb acht am morgen

Der Tag ist
Mit all seiner erhabenen Verdrießlichkeit
Erwacht

Mütter schieben ihre Kinder
Wie einen folgenreichen Gedanken
Vor sich her

Die Straßen bevölkern sich
Der Himmel bleibt leer
Die gleißende Selbstverständlichkeit
Eines gebrochenen Versprechens
Trennt das Abstrakte vom Konkreten

Der Scheidepunkt wird sichtbar
Der Moment von dem an
Alles gleich bleibt
Und nur noch
Die Zeit
Vergeht

Ein Bewegen der Blätter
Bevor der Baum
Sie verbrennt