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Ich hatte mir vorgenommen, oder doch wenigstens vorgestellt, dass ich in diesem Jahr, jeden Tag etwas schreibe. Ob nun kurz oder lang. Ob gefühlig oder überlegt. Bislang ist nichts daraus geworden. Dabei geht sehr viel vor. In meinem Kopf und in meinem Leben. Aber häufig brauchen die Dinge Zeit. Müssen sich ablagern, beruhigen.

Ende letzter Woche habe ich ganz zufällig einen Gedichtband von Szilárd Borbély entdeckt und sofort gekauft, obwohl ich niemals zuvor etwas von diesem Dichter gehört hatte. Seit Tagen versinke ich in seinen Gedichten. Lange hat mich nichts mehr so berührt und gleichzeitig über alles andere hinweggehoben. Ich würde sehr gerne darüber schreiben, aber gerade bin ich ganz gefangen in sprachloser Bewunderung.