Grübeln

Vielleicht ist das auch eine Art Schizophrenie, wenn man zu allem zwei Meinungen hat, wenn man immer zwischen diesem einerseits – andererseits, hängen bleibt. Wenn sich immer die Trägheit durchsetzt, ohne dass der Wunsch nach mehr Aktivität geringer würde. Vom schlechten Gewissen ganz zu schweigen.

Ständig zwei Stimmen, und ich habe nicht das Gefühl, dass ich es bin, die entscheidet, welche Stimme lauter wird, welche Meinung sich letztendlich durchsetzt.

Aber wer dann? Ein Dämon? Die Krankheit? Der innere Schweinehund? Meine geistige, moralisch und körperliche Schwäche?

Und das Schlimmste ist ja, dass ich es weder hinnehmen kann, noch dass es mir gelingt, etwas dagegen zu tun.

Dabei ist das alles einmal anders gewesen. Ich habe schon immer viel gegrübelt, aber das Nachdenken hat das Handeln nicht verhindert.

Stimmen

Ich höre ihre Stimmen. Stimmen auf der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsen Werden. Und ich bin froh, dass das, was sie rufen oder tun, keine Erinnerungen hervorruft, keine Vergleiche, oder das Gefühl, zu wissen, was in ihnen vorgeht. Nur eine große Fremdheit und Einsamkeit.

Ich weiß nicht, wie ich warten soll, wenn meine Zeit doch so begrenzt ist. Sie wissen nichts von diesen Grenzen, sie sind so sehr verankert in der Gegenwart, dass sie tatsächlich unsterblich sind. Diese Trennung ist so vollkommen und absolut, dass eine große Beruhigung darin liegt. Eine gewisse Unerschütterlichkeit. Genährt von hartnäckigem Schweigen.

 

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Die Stimmen, die Farben, Autotüren, die geöffnet und wieder zugeschlagen werden. Und wie sehr meine Gegenwart, nahezu alles, was ich sehe, höre, wahrnehme, von der Vergangenheit, von Erinnerungen durchwirkt ist.

Der verschenkte Rat, und, wer weiß, vielleicht auch der Unterschied zwischen Humor und Witz, diese schmale Linie, die hauchdünnen Fäden, an denen wir hängen (und wie man es anstellt, sich nicht zu strangulieren).