8. März

Vor einer Woche sind wir gestartet, und ich habe einige Erfahrungen gemacht. Mit technischen Schwierigkeiten gekämpft, Veranstaltungen besucht, über die ich dann doch nicht geschrieben habe, andere über die ich geschrieben habe. Und viel gelesen. Natürlich lese ich immer viel. Aber ich habe ein wenig anders gelesen, immer mit so einer Art Seitenblick; wie gehen die Kolleg*innen an ein Thema heran, wie machen die das? Bei aller Unsicherheit, die ja auch darum stärker wird, weil es so eine ungeheure Menge an Informationen gibt, dass man zu jedem einzelnen Artikel noch so viel mehr recherchieren könnte, als man es tut, habe ich etwas wichtiges und schönes gelernt: ich darf noch viel freier werden beim Schreiben, ich darf mich etwas trauen, ich muss nicht alles abdecken, sondern darf mich auf das konzentrieren, was mich wirklich angesprochen hat. Ich bin ja nicht allein.

Und heute, zum Weltfrauentag, möchte ich auf den schönen Leuchtturm Text von Simone Schabert drüben bei Fixpoetry aufmerksam machen. Trotz allem, allem zum Trotz dürfen und können wir nicht aufhören den Mut anderer zu bewundern und ihn daraufhin bei uns selbst zu finden, und ihn dann einzusetzen für Menschenrechte und Pazifismus. Für Solidarität.

Die alles entscheidene Frage

Es gibt Fragestellungen, Handlungsanweisungen, immer neue Bedenken. Es gibt die nackte Angst, und die Unmöglichkeit, sie in Worte zu kleiden. Hände, die ins Leere greifen. Augen, die sich schließen.

Die Nachrichten sind voll von dem Elend der Flüchtlinge, Millionen entwurzelter Menschen, die verzweifelt um ihr Überleben kämpfen, um Hoffung, um das Recht Rechte zu haben, und es gibt die Überforderung der Staaten, die immer noch keine Menschen sehen, sondern Probleme, die sie abschieben wollen, indem sie Grenzen schließen, Verantwortung negieren, immer noch, immer wieder Abschottung statt Solidarität. Vielleicht beginnt mit dieser Krise, die sich auf einmal mitten nach Europa, in unsere Mitte, verlagert hat, die alles entscheidende Antwort auf die Frage, wie wir leben wollen; gegeneinander oder miteinander.