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Seltsam, dass ich mich in meiner Jugend nicht loswerden wollte. Diese Sehnsucht in einer Aufgabe, oder wenn das nicht zu haben ist, wenigstens im Rausch zu verschwinden, kannte ich nicht. Obwohl ich ja ständig an mir gelitten habe. Weil ich zu wenig war, oder zu viel. Auf jeden Fall aber ständig zu anders.

 

 

06. Februar

Immer noch nicht begonnen, die Odysee zu lesen. Bzw. schon begonnen, mehrmals bereits, aber ohne in irgend eine Art von Lesefluss zu kommen, so lange tauchen nur ständig neue Namen auf, es geschieht nichts.

Seit zwei Tagen blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Gestern morgen beim Frühstück mit P. beobachtet, wie der Mond immer wieder durch die Wolkendecke brach und dabei bizarre Muster zeichnete.

 

Als wenn man vom Glück reden könnte. Als wenn man von etwas reden könnte, das feststeht, um es so in Bewegung zu bringen. Als wenn die Worte wüssten, wohin sie gehören, und nur wir sind es, die sich ihnen immer wieder in den Weg stellen. Und nennen das Zeit. Und Geschmack. Stolz und Gewinn.

Ohne Worte über das Schweigen nachdenken. Was ist Schweigen? Und wie dumm bin ich, wenn ich behaupte, das Schweigen ernst zu nehmen, es aber nicht verstehe? So ein kleines Ego, das das Leben verschweigt.

Es war einmal ein Glück. D.h. es war einmal ein Blick zurück. Und dieser Blick hat nichts zu tun mit dem, was man vorfindet, wenn man irrtümlicherweise wirklich zurückkehrt nach Hause. Zum Ursprung. Der Kerl mit dem Strick und der Kuh. Mag sein, dass wir alle etwas suchen. Um so besser, wenn es das nicht gibt. Was sind erfüllte Wünsche gegen die Sehnsucht?

Hauptsache wir bleiben in Bewegung. Hauptsache, die Schritte, die sich in sieben Jahren ansammeln können, sind lang und im Bett liegt Dornröschen (schon wieder) und sucht nach der Erbse, mit der sie ihre Existenzberechtigung beweisen kann.

Vertrauen

Vertrauen - Isla volante
Vertrauen – Isla volante

Die Gischt, die ich Dir für Schnee verkauft habe, wenn Deine Sehnsucht nach Winter zu verbindlicher Einsamkeit gefror.

Das Licht bricht sich doch auch im Sommer und Möwen sind weiß.

Wenn Du auf die zarte Haut gewartet hast, die dem Wasser im Winter wächst, wusste ich, es gibt Vertrauen.

Zu sprechen wie ein Gebet zur richtigen Stunde

Auf den Gemeinplätzen trifft man sich

Um einander die Pläne zu stutzen

Und Worte auszutauschen

Die das Leben in ein Kassengestell einfassen

Die vom Einklang der Welt erzählen

Mit dem Singsang kommunistischer Freudlosigkeit

Dort glaubt man an die Gültigkeit von Begriffen

Die die Sehnsucht mit Schuhen versehen

In denen sie tanzen kann

Aber niemals laufen lernt

Zu den aufgebahrten Worten

Zu sprechen wie ein Gebet

Zur richtigen Stunde