Transparenztraum – Manfred Schneider

Wo alles hell erleuchtet wird, fallen Schatten. Schneider hat die Geschichte eines Traumes erzählt, von dem wir heute in erster Linie den Schatten wahrnehmen. Er hat mit seinem Buch aufgezeigt, dass die Menschen vielleicht von Anfang an diesem Missverständnis aufgesessen sind, dass sehen noch lange nicht erkennen bedeutet.

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Sinn und Form

„Es heißt, ein Affe, der auf einer Schreibmaschine unendlich lang zufällige Buchstaben anschlägt, könne schließlich dahin kommen, ein Shakespeare-Sonett zu schreiben. Genau das ist unsere Welt, jeder von uns, ihre einzelnen Teile.“ Mircea Cartarescu in Sinn und Form.

John Jeremiah Sullivan – Pulp Head

Versuch erst mal, es zu sehen. Das ist schwer genug.“ Und das ist genau das, was er tut. Er versucht erst mal, es zu sehen.

Bei Sullivans Reportagen hatte ich durchgehend das Gefühl, da erzählt einer von Mensch zu Mensch. Was ich damit sagen will: es gibt kaum eine Distanz zwischen Leser und Erzähler. Sullivan erhebt sich nicht über diejenigen, über die er berichtet, und somit auch nicht über die, die seine Reportagen lesen, er schreibt auf Augenhöhe. Vielleicht ist es dieser Respekt, der zugleich neugierig macht und Vertrauen entstehen lässt und möglicherweise ein weiterer Schlüssel ist, für das Paradox, dass es gerade die Länge der Reportagen ist, die sie so kurzweilig machen. Wie kann das sein?

Die Kindheit Jesu – J.M. Coetzee

Die Kindheit Jesu ist ein Roman, der auf so vielen Ebenen gelesen werden kann, dass sein Potenzial unmöglich in einer einzigen Besprechung ausgeschöpft werden kann. Es geht um alles, um Glaube, Liebe, Hoffnung, aber auf der Grundlage der Fragwürdigkeit, wobei Coetzee die Würde der Fragen rehabilitiert. Vielleicht ist „Die Kindheit Jesu“ in erster Linie ein Roman über die Fragwürdigkeit. Unter den Antworten, mit denen wir selbstverständlich leben, liegen die Fragen, die immer wieder neue Geschichten erzählen.