Ein Gedicht

Wir haben die Buchstaben

nur ein wenig verstellt

für Sie

Die Formlosigkeit herausgefordert

und die engen Bezüge gelockert

ein wenig Ehrgeiz herausgenommen

und Neugier hinzugefügt

Schon sah man

ein Gedicht

Überfluss

Heute vor fünf Jahren, erinnert mich WordPress, habe ich diesen Blog begonnen. Damals, erinnere ich mich, war Bloggen noch aufregend. Immer wenn ich einen Artikel freigab, war ich ein kleines bisschen aufgeregt, freute mich auf Reaktionen und Kommentare, war neugierig darauf, was anderswo in den Blogs passierte. Obwohl WordPress viel viel größer und unübersichtlicher war als twoday, wo ich zuvor meinen Blog hatte, hatte ich nicht das Gefühl der Überforderung oder Überschwemmung. Es war eine Fülle aus der ich schöpfen konnte. Wann und vor allem warum daraus eine Flut wurde, die mich unter sich begrub, und meine Neugier wegschwemmte, bis da nur noch ein riesiger Überdruss war, weiß ich nicht. Ich glaube es hat sehr viel weniger mit der Plattform, der Vielzahl von Blogs oder gar deren Inhalt zu tun, als mit mir selbst.

Und ich erzähle das alles hier auch nur, weil ich merke, dass sich langsam wieder etwas ändert, ich bin wieder neugierig, ich habe wieder Lust, selbst etwas zu erzählen und beizutragen. Es gibt sogar ganz konkret eine neue Idee, an der ich langsam aber beständig arbeite, und die ich hoffentlich bald hier präsentieren kann. Vielleicht hat dann die eine oder der andere von euch Lust an diesem Projekt mitzuwirken. Wir werden sehen.

Was selten ist und wertvoll

Richtige Unterhaltungen, Diskussionen, Gespräche, finden im Netz sehr selten statt. Zu sehr ist jeder darum bemüht, sich selbst darzustellen, seine Position nicht verständlich, sondern laut zu machen. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist Sorgfalt. Und Neugier, die Voraussetzungen für gelingende Auseinandersetzungen. Wer klug ist, nutzt das Netz, um zu spielen, bedingt auch zur Informationsbeschaffung und im besten Fall, um zu lernen, wo die eigenen Grenzen sind. Die Grenzen der Toleranz, aber auch der Neugier und vor allem der Zeit, die man in fremde Beiträge investiert. Denn wer nicht bereit ist, Zeit zu investieren, zu ergründen, was der andere wohl meint, sich also nicht auf das beschränkt, was beim ersten flüchtigen Lesen ankommt, wer nicht bereit ist, Fragen zu stellen und sich über Hintergründe Gedanken zu machen, wer nicht auch daran interessiert ist, widerlegt zu werden (und sei es nur, um sich selbst darin zu üben, die eigene Position zu verteidigen), der kann Schlagworte als Kommentare hinterlassen, die möglicherweise sogar treffen, Auseinandersetzungen und Gespräche kann man so nicht führen.