Meeresboden

Meeresboden - Isla volante

Meeresboden – Isla volante

Nichts geschieht von selbst, oder alles, und es ist allein mein Wille, der sich dem entgegenstellt. So wie der Meeresboden, der es ernst meint. Die Frage, wie es sich mit dem Licht verhält. Ist Licht mehr als ein Widerspruch zur Dunkelheit?

Stimmen, die einander Worte zurufen, Laute, die auf Erinnerungen stoßen, bevor sie ihr Ziel erreichen, straucheln, die Orientierung verlieren, fallen.

Vielleicht fällt Licht auf das gefallene Wort. Den Meeresboden erreicht es nie.

Schatten

Schatten - Isla volante
Schatten – Isla volante

Was sie niemals hinnehmen wollte, war die Unfähigkeit des Meeres, Schatten zu spenden.

Licht brechen, Licht schlucken, sich anziehen und abstoßen lassen vom Mond. Aber kein Schatten aus Wasser.

Um Schatten zu spenden, musst du Wurzeln haben, hatte ihre Mutter gesagt. Sie hatte ihre Asche im Meer versenkt. Ihre Worte wurde sie nicht los.

 

Licht

Jan Vermeer, “Briefleserin am offenen Fenster” (1657) Öl auf Leinwand, 83 cm × 64,5 cm Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden
Jan Vermeer, “Briefleserin am offenen Fenster” (1657)
Öl auf Leinwand, 83 cm × 64,5 cm
Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden

 

 

Vor einiger Zeit hatte Pagophila eine schöne kleine Serie von lesenden Frauen auf ihrem Blog. Unter anderem auch Vermeers Briefleserin. In der lesenswerten Anthologie „Über den Dächern das Licht“ von Klara Hurková, habe ein ein sehr schönes Gedicht von Ludwig Steinherr zu diesem Gedicht gefunden.

Vermeer

         Es gibt das Licht
damit es die Dinge geben kann
Es gibt die Dinge damit es
das Licht geben kann

         Die Schwangere liest den Brief ohne Worte
Sie liest das Licht und kommt
an kein Ende
Jedes Land auf der gilbenden Karte
ist eben erst entdeckt und sucht
seine Farbe

         Die Perlen blicken dich an wie Augen
Ein rotes Knäuel Lichtgewirr
rutscht aus dem Klöppelkissen
Wie groß ist die Arbeit das Licht
in das Licht zu verknoten

         Die Hand ruht aus am halb
geöffneten Fenster
Das Licht ist von innen so stark

 

 

Von der Empfindung zur Erfindung ist es nur ein Buchstabensprung

Von der Empfindung zur Erfindung ist es nur ein Buchstabensprung - Isla volante
Von der Empfindung zur Erfindung ist es nur ein Buchstabensprung – Isla volante

 

In der Nacht kommen die Silberfische aus ihren Verstecken. Was bunt war, wird blass. eine Frage des Lichts und wie es sich bricht. Letztendlich geht es immer um die Brüche.
Morgens um 3.30 h ist die Dunkelheit vor dem Fenster ein unbehauster Wellenkamm. manche Dinge bleiben eine Weile, während andere kaum an die Oberfläche dringen. Wie leise betende Stimmen aus Orten, jenseits der Zeit. Wer gibt dir das Recht, die Stille zu durchbrechen? Ich frage nicht dich. Du heißt immer ich.
Einer ist der Lehrmeister und nennt sich Schüler. Und die Silberfische verschwinden in einer Geschichte ohne Sinn.

Glaube

Das Licht malte Kreuze in die Zimmer, wie in den minimalistischen japanischen Kirchen. Es gab die Augen der Kinder. Und niemanden mehr, der sie ansah. Es gab die Trauer. Und keine Möglichkeit, sie zu teilen.

Keine Augenblicke, keine Wut, nur diesen tauben Schmerz und das Versprechen, er werde ewig bleiben.

Alte Schattenbilder, neue Schattenbilder.

Das Beste, was du erreichen kannst, ist eine gewisse Ähnlichkeit.

Und dann der Moment. Das Messer.

Wenn keiner dir glaubt.