Langeweile

Vielleicht ist das mein größter Fehler, dass mir nie langweilig ist. Mir ist ja nur darum nie langweilig, weil ich mich nie entscheiden kann. Weil es immer etwas zu überdenken, abzuwägen und nachzugrübeln gibt.

Ich kann morgens im Bett liegen und überlegen, was ich zuerst machen soll. Und wenn mich dann abends einer fragt, was hast du gemacht, sage ich: überlegt. Und wer mich kennt (aber natürlich ganz anders ist, als ich) übersetzt das mit „nichts“, und wundert sich, warum mir das nicht langweilig wird. Dabei ist es ja, ganz im Gegensatz zu dem Eindruck, den es erweckt, unglaublich anstrengend.

Vermutlich ist das der Grund, warum ich trotz des vielen unbeweglich Herumliegens nicht dick werde. Denn mein Kopf läuft ja Marathon.

Überfluss

Heute vor fünf Jahren, erinnert mich WordPress, habe ich diesen Blog begonnen. Damals, erinnere ich mich, war Bloggen noch aufregend. Immer wenn ich einen Artikel freigab, war ich ein kleines bisschen aufgeregt, freute mich auf Reaktionen und Kommentare, war neugierig darauf, was anderswo in den Blogs passierte. Obwohl WordPress viel viel größer und unübersichtlicher war als twoday, wo ich zuvor meinen Blog hatte, hatte ich nicht das Gefühl der Überforderung oder Überschwemmung. Es war eine Fülle aus der ich schöpfen konnte. Wann und vor allem warum daraus eine Flut wurde, die mich unter sich begrub, und meine Neugier wegschwemmte, bis da nur noch ein riesiger Überdruss war, weiß ich nicht. Ich glaube es hat sehr viel weniger mit der Plattform, der Vielzahl von Blogs oder gar deren Inhalt zu tun, als mit mir selbst.

Und ich erzähle das alles hier auch nur, weil ich merke, dass sich langsam wieder etwas ändert, ich bin wieder neugierig, ich habe wieder Lust, selbst etwas zu erzählen und beizutragen. Es gibt sogar ganz konkret eine neue Idee, an der ich langsam aber beständig arbeite, und die ich hoffentlich bald hier präsentieren kann. Vielleicht hat dann die eine oder der andere von euch Lust an diesem Projekt mitzuwirken. Wir werden sehen.

Zu viel

Es sind hauptsächlich zwei Dinge, die mich derzeit diesen Blog hier in Frage stellen lassen: zum einen gibt es so viel, viel zu viel von allem. Zu viele Blogs, zu viele Bücher, zu viele Kritiken und zu viele Diskussionen darüber. Ich finde mich nicht mehr zurecht, mir wird das alles zu viel. Und ich habe das Gefühl, ich sollte besser schweigen als dem Vielen ein noch mehr hinzuzufügen.

Was zum zweiten Punkt führt: ich glaube nicht, dass ich etwas zu sagen habe. Nichts wirklich relevantes. Mein Schreiben hier ist seit einiger Zeit ein um mich selbst kreisen. Kann sein, dass das notwendig ist. Dennoch langweilt es mich. Und ich denke nicht, dass ich diese Langeweile auch noch teilen sollte.

Vielleicht werde ich von Zeit zu Zeit auf Entdeckungen hinweisen, die ich gemacht habe. Vielleicht bleibt es hier aber auch so lange still, bis ich das Gefühl habe, wieder etwas zu sagen zu haben, dass sich für andere zu lesen lohnt.

Verlorenheit (automatisch)

Eine seltsame Verlorenheit in der Luft. Unbeschwertheit. Ein schönes Wort und ein Schlüsselerlebnis. Ich spreche in Rätseln. Ich schweige mich aus. Der, die das. Artikel zur Bestimmung des Geschlechts, bevor die Stimme (weiblich) erwacht, oder der Verstand (männlich) sich ausbildet. Ich ließ mich auf meinem Lebensweg zurück. Schon immer habe ich das, was ich tue, als defizitär empfunden. Ich bin die lange Weile, die sich nicht aushält, aber auch keine Langeweile kennt.,

Zwei Falten gegen die Einfalt. Und festhalten an den Brüchen, ohne sie zwanghaft in eine Ganzes fügen zu müssen. Alltag und Mythos verwebend.