Huang Yan

„Eine Landschaft zu malen heißt, einen Menschen zu malen, sich selbst zu malen.“

(Huang Yan)

 

Die kleine Frau betrachtet ihre Hände

Ein Dorf, abgeschnitten von allen anderen Dörfern.

Darin ein Haus.

Ein Fenster. Eine Tür.

Darin eine Frau.

Ein Schweigen.

Eine Landschaft.

 

Erst muss man überlaufen, dann kann man streichen.

Wege bahnen.

Fenster schließen, um eine Tür zu öffnen.

 

Die kleine Frau betrachtet ihre Hände.

Alles ist voller Gegenwart, sagt sie.

Also haltlos.

Und trotzdem haben wir Hände.

Und wissen im Grunde genau wofür.

[Wortschau. Der fröhliche Wortberg.]

 

Horizont

Horizont
Horizont

Die Einsamkeit in der Landschaft finden, die einen geprägt hat, großgezogen und entstellt. Die engen Gassen mit den Häusern, Wand an Wand, kaum Platz zu atmen, geschweige denn, allein zu sein. Die Nähe zu den Wäldern, dem undurchdringlichen Dunkel, als wäre das ganze Leben ein Versteck, ein Labyrinth. Die Unberechenbarkeit des Meeres, seine Sanftmut, die plötzlich in Mordlust umschlägt. Diese Grenzenlosigkeit, wenn Wasser auf Himmel trifft und nicht mehr zu unterscheiden ist.

Landschaft

Wir sind ausgezogen aus dieser Landschaft.

Die Landschaft heißt Vergleich.

Sie lag irgendwo zwischen Habgier und Gewöhnung. Wegzusehen fiel uns nicht leicht. Aber zu bleiben war unmöglich. Und so setzten wir vorsichtig einen Schritt vor den anderen, bis wir uns verloren hatten.

Danach wurde alles ganz leicht.