Erinnerungen, Transformationen

Wir sind das Porzellan

das halb fahrlässig zerbricht

In der Küche teilen sich die

Frauen den Abwasch

Während die Männer im

Wohnzimmer rauchen und Schnaps trinken

Kindheitserinnerungen. Unvollständig. Und eher aus Vorurteilen als wirklichen Bildern bestehend. Vielleicht auch aus Wut. Die jetzt langsam kommt. Fast ein halbes Jahrhundert später. Weil Wut besser ist als Verbitterung. Weil Wut manchmal notwendig ist, um Dinge zu verändern, um die Kraft zu finden, sie anders zu betrachten, zu begreifen, dass das, was ist und was war, nicht auf immer so bleiben muss.

V

Diese Verwechslung von dem, was man selbst ist und fühlt, mit den Handlungen, Blicken, Stimmungen des anderen, wenn man liebt. Das sehr fragile Gleichgewicht zwischen Verschmelzen und Abgrenzung. Wie viel Kraft das schon im Normalfall kostet, und wie ungleich schwerer es sein muss, wenn der andere krank ist. Auf eine derart andauernde und gleichzeitig unberechenbare Art und Weise.