Alphabet

Vor einiger Zeit habe ich von jemandem gehört, der ein Wörterbuch las, Wort für Wort, und bei jedem Wort innehielt, um sich zu erinnern. Es war ein spanisches Wörterbuch und er beschrieb, wie das Wort aceitunas (Oliven) Erinnerungen an seine Heimat, seine Kindheit, hervorriefen.
Mir hat diese Geschichte sehr gefallen. Die Geschichte und die Vorstellung jedem einzelnen Wort Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken.

Noch vor dieser Geschichte, das war 2012, habe ich schon einmal ein Alphabet geschrieben. Wobei Inger Christensen und ihr Alphabet den Anstoß gab.
Vielleicht schließt der Versuch, den ich jetzt mache daran an, vielleicht entsteht etwas vollkommen anderes, etwas, das nichts mehr damit zu tun hat. Vielleicht ist es nur Werbung, Marguerite Duras hat einmal geschrieben: „Wenn das Schreiben nicht jedes Mal alle Dinge zu einem einzigem, seinem Wesen nach Unbestimmbaren vereint, so ist es nichts weiter als Werbung.“

Möglicherweise entsteht aber auch eine Verbindung. Eine Verbindung zwischen der Geschichte von dem Mann mit dem Wörterbuch und dem alten Alphabet, vielleicht kann dieser Versuch die Möglichkeit einlösen, die in jedem Schreiben steckt, nämlich Ausdruck von Zärtlichkeit zu sein.

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