Die Vermeintlichen Lügen des Urverstandes

Wir verdammen die Dämmerung. Während wir die Ideen begraben und dadurch begreifen. Es war einmal ein Mädchen, mit einem roten Stift. Während sie mir mit ihrem roten Stift ein Bärchen malte, starb ihre Mutter. Sie hatte zwei Brüder, die fast identisch aussahen, und von einem Tag auf den anderen erwachsen wurden. Was man so Schicksal nennt, während man verschwindet. Und schwindelt. Und je mehr man schwindet, um so verzweifelter hält man sich an seiner Vergangenheit fest. Kein Wunder, wenn das Gesicht im Spiegel immer fremder wird. Die kleine Frau entfremdet sich und verliert ihr Spiegelbild, um das Gesicht zu wahren. Wie die Dinge auf einmal laufen, wenn man sich erlaubt, sie nicht zu führen. Wohin soll das führen? Als wären wir nicht alle Wasserwesen kurz vor dem Verdursten.

03. Februar

Der Wunsch, oder das Vorhaben, nahezu täglich etwas zu äußern, von sich, aus seinem Leben und Denken zu erzählen, führt das nicht automatisch dazu, dass man sich zu wichtig nimmt?

Sich ausstellt, und dann auf so absurde Ideen kommt, wie das es die Welt interessieren könnte, welche Tweets man im letzten Monat am liebsten gelesen hat?

Während ich das Erscheinungsbild meines Blogs ändere, weil ich keine Tweets lese.

Intelligenz

In letzter Zeit geschehen immer wieder Dinge, die mich dazu bringen, zu realisieren, wie unbedacht und gedankenlos wir (oder sollte ich sagen ich?) manche Begriffe gebrauchen, immer mit der Überzeugung im Hinterkopf, dass alle das selbe meinen, wenn z.B. von Intelligenz oder von Kompromissen die Rede ist. Gerade lese ich einen Aufsatz von Ortega y Gasset, der scheinbar genau diesen Punkt thematisiert, und wer weiß, ob ich offen gewesen wäre für seine Argumentation, hätten nicht diese voraussgehenden Erfahrungen stattgefunden.

In ihrem „Gedankenabriss“ schrieb Sherry kürzlich etwas über Intelligenz und ich merkte erst an ihrer Antwort auf meinen Kommentar, dass ich gar nicht über Intelligenz geredet hatte, sondern über eine Art Klugheit, die ich bewundere und die ich für erstrebenswert halte. Intelligenz hingegegen und das weiß Sherry länger und besser als ich, ist eine:

formale, kognitive Fähigkeit im engeren Sinne, um „logisches  Denkvermögen, die Fähigkeit zum schlussfolgernden (induktiven) Denken und die Fähigkeit zur räumlichen Vorstellung.“ Diese Fähigkeiten existieren unabhängig von sonstigen Kompetenzen und kulturellen Prägungen und sind klar zu definieren.

Also Intelligenztests, Skalen, Auswertungen. Das ist die eine Seite. Die andere ist der Glaube an die Intelligenz, daran, dass sie das höchste Gut ist, das, was es zu fördern gilt. Und diese Punkte habe ich durcheinander gebracht. Und nicht nur das, viel stolzer als auf mein Einser Abitur war ich gestern, als mein Sohn mir nach einem kurzen Gespräch über Steuern und Steuerhinterziehung sagte: Ah, jetzt verstehe ich das endlich. Dumm, oder?