(7)

Was Gespräche so schwierig macht, ist die begrenzte Anzahl zulässiger Fragen. Was uns wirklich interessiert, worauf wir wirklich eine Antwort haben möchten, das fragen wir irgendwann nicht einmal mehr uns selbst.

Umformungen

Am Wochenende in der Schweiz bei sehr wertvollen Gesprächen hat das Thema Transformation noch einmal eine neue Dimension angenommen. Weil ich während der Gespräche das eine oder andere Vorurteil, das lange Zeit meinen Blick beschränkt hat, transformieren konnte. So habe ich zum Beispiel begriffen, dass nichts, was mir oberflächlich erscheint, es tatsächlich ist. Alles weist nur zurück auf meine eigene Oberflächlichkeit, zeigt mir diese auf. Diese Oberflächlichkeit mit der ich manche Dinge vorschnell bewerte, um mich nicht weiter mit ihnen auseinandersetzen zu müssen, ist nur ein Filter, den ich mir selbst auf die Augen gelegt habe.

Die Tatsache, dass es keine Tatsachen gibt. Oder jedenfalls sehr viel weniger als wir uns immer wieder glauben machen wollen. Dafür Vorstellungen. Und manchmal die Möglichkeit, heraus zu finden, was dahinter steckt. Hinter den Vorstellungen.

Dass Egoismus mangelnde Selbstliebe ist, z.B.. Dass Fehler nicht automatisch ein Scheitern sind, sondern häufig notwendige Schritte, um die eigene Balance und die Balance im Austausch, im Zusammenleben mit denjenigen, die wir lieben, wiederherzustellen, anzupassen und zu korrigieren.

03. Januar

„Dieses Ortlose, mit einer entwurzelten Sprache durch eine fremde Welt zu gehen, ist ein angemessener Zustand.“ [fortlaufend]. Ich habe den Blog vermisst. Kluge Worte, die nachdenklich machen, weiterführende Links. Insbesondere die über den wunderbaren Nossack. Solche Blogs zu lesen ist wie ein weiterführendes Gespräch, wie eines, in dem etwas Neues entsteht.

Die Rückfahrt war … mir fehlt das treffende Adjektiv. Zunächst ein Triebwerkschaden, der uns eine Stunde Zeit gekostet hat. Nicht weiter schlimm, wenn man im Warmen sitzt und alles hat, was man braucht, aber kurz vor dem Ziel konnten wir Bielefeld nicht anfahren, weil es einen „Personenschaden“ gab. Und die Menschen auf dem Bahnsteig werden wütend und beschimpfen das Bahnpersonal, wie sie denn nun nach Hause kommen sollen.

17. Januar

[…] Gespräche, in denen man selbst etwas produziert, was man zuvor noch nicht wusste und nicht nur Gerede, bei dem man routiniert auf „vorrätiges“ zurückgreift.“

 

 

Dieser Satz steht heute in der SZ in Jörg Magenaus Besprechung zu dem Berliner Journal Frischs, und er bezeichnet das, wonach ich mich mein Leben lang sehne, und was sich viel zu selten verwirklicht.