John Giorno über Elizabeth Peyton

„It looked like me, but more important […]“, schreibt John Giorno über ein Portrait, für das er Elizabeth Peyton Modell gesessen hat. In seinem Essay „Her Hand dipped in Wisdom“ erfährt der Leser nebenbei, dass Elizabeth bereits im Alter von vier Jahren angefangen hat, Portraits zu malen, z.B. Oder in welchem Zusammenhang sie Ideen und Handwerk sieht: „There´s an idea“, said Elizabeth, „that if you do something 10.000 times, something happens, and you begin to do it really well.“ In den  Gesprächen, die Giorno und Peyton vor und nach den Sitzungen geführt haben, wird auf eine andere Weise als in eigenen Zitaten und in ihren Bildern die Persönlichkeit Elizabeth Peytons sichtbar. Einer Frau, die in nahezu jedem, den sie zeichnet, einen Pop Star sieht. Auch zu Giorno soll sie zärtlich und sehr ernsthaft gesagt haben: „You´re a rock star.“ Es liegt an dieser Überzeugung, diesem Blick auf die Menschen, dass jede Person in jedem ihrer Bilder den Glanz und die Ausstrahlung eines Idols hat.

Eine Illusion in der Illusion in der Illusion, schreibt Giorno und schließt seinen Essay: „Even though Elizabeth and I really liked talking and exchanging ideas, our true communication was nonverbal, beyond conceptualizations, and the results were miraculous paintings, Ink washes, frail pencil lines, blurred charcoal, pale oil, and small, her paintings are of deities in an ever – expanding heaven world, and Elizabeth Peyton herself, is Sarasvati, goddess of painting, her hand dipped in wisdom.“ (John Giorno, „Her Hand dipped in Wisdom, 2008)

John Giorno, 2008, Oil on Board, Elizabeth Peyton

 

Elizabeth Peyton (1)

Die Portraits, die Elizabeth Peyton malt, leuchten.

Ich kann nicht ausdrücken, was mich so an ihren Bildern berührt. Auch darum will ich mehr erfahren über diese Frau.

Elizabeth Peyton wurde 1965 in Danbury, Connecticut geboren. Sie malt ausschließlich Portraits. Von 1981 bis 1987 hat sie die School of Visual Arts in New York besucht. Als Vorlage für ihre Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen dienen Elizabeth Peyton Schnappschüsse von Freunden, Bilder aus Magazinen und Büchern, Plattencover und Stills aus Musikvideos.

„Peytons Bilder sind nicht Zitat, nicht Kommentar oder Anspielungen. Sie sind ein eigenes Reich, in dem wir uns treiben lassen dürfen“, schrieb die FAZ anlässlich des Kataloges mit Druckgrafiken, der im Hatje Cantz Verlag zur Ausstellung in den Opelvillen in Rüsselsheim 2011 erschienen ist. Und das Handelsblatt schreibt: „Das große Thema der New Yorkerin ist die Schönheit.“

Tatsächlich sind Peytons Bilder voller Gefühl, ein Blick in die Seele des Portraitierten. Unglaublich intim. Vielleicht weil diese Portraits gleichzeitig Selbstportraits der Künstlerin sind, deren Thema neben der Suche nach Schönheit, die Kommunikation ist. Wesentlich für die Wahl der portraitierten Person ist die Möglichkeit der Identifikation mit ihrer Ausstrahlung, Wirkung und ihrem Schicksal. „Ich denke darüber nach, wie bestimmte Leute das Leben anderer beeinflusst haben. Es ist nicht entscheidend, wer sie sind, oder wie berühmt, eher wie schön der Weg ist, den sie in ihrem Leben beschritten haben und wie inspirierend sie für die anderen waren. Und ich finde das bei Leuten, die ich oft sehe, wie auch bei jenen, denen ich nie begegnete“, sagte Elizabeth Peyton 1996 in einem Interview mit Francesco Bonami.

Aber

Ich benehme mich eigenartig, ohne das Recht dazu zu haben. Ich benehme mich eigenartig aufgrund meiner Einfältigkeit, die wiederum nichts mit Einfallslosigkeit zu tun hat, sondern allein mit der fehlenden Originalität meiner reichlich vorhandenen Einfälle.

Das Haus leuchtet, aber das Licht kommt nicht aus meinem Fenster. Ich verstehe zu viel von nichts und zu wenig von allem, um widersprechen zu können. Also sage ich nur: Aber.

[aufgrund eines ziemlich dämlichen, weil auf Nachlässigkeit beruhenden Irrtums, musste das Bild geändert werden. Es handelte sich um ein Portrait nicht von, sondern von Victor Koch, der sich darüber hinaus nicht mit k sondern v schreibt. Aber das Bild ist jetzt von Elizabeth Peyton. Ziemlich sicher….]