Ein Gedicht

Wir haben die Buchstaben

nur ein wenig verstellt

für Sie

Die Formlosigkeit herausgefordert

und die engen Bezüge gelockert

ein wenig Ehrgeiz herausgenommen

und Neugier hinzugefügt

Schon sah man

ein Gedicht

27. Januar

Der kleine Raum und in diesem Raum die grenzenlose Einsamkeit. All die erzählten und unerzählten Geschichten, die in dieser Einsamkeit liegen, wie Samen, geborgen von den Buchstaben, die versuchen, sie auszudrücken und wie tröstend das sein kann, wenn es gelingt.

 

Nach Knausgard jetzt endlich die Odysee lesen. Schließlich irre ich herum in meinem eigenen Leben, laufe vor mir weg, hole mich immer wieder ein, ohne jemals wirklich anzukommen. Als hätte ich mir schon sehr früh beigebracht, mich hinter den Worten zu verstecken, statt zu lernen, durch die Buchstaben hindurch etwas zu erkennen, was sich nur deshalb vor mir versteckt, weil ich es so lange schon übersehe.

 

 

Abbruch

Was mir bevorsteht und wie. Zahlen und Reisen. Immer wieder die Erschütterung von leichtfertig aufgebauten Glaubensgewissheiten.

 

An meinem Geburtstag trifft neben Glückwünschen und Büchern eine Karte mit Trauerrand ein. Und ich frage mich, wie man weiterleben soll, wenn man sich nicht für unsterblich hält und wie, wenn man nicht an den Tod glauben würde, ihn in jeden Gedanken, in jede Rechnung einbeziehen würde. Unbewusst.

 

Um sich erschüttern zu lassen, wenn alles Dunkle auf einmal so klar zu Tage tritt. An die Oberfläche. Schwarz auf Weiß.

 

 

Schwarz liest sich auf einmal als schwach und dann bricht alles ab. Die Gedanken verweigern sich der Hand, die Buchstaben aus ihnen formt.