Fliessen

Ich verlerne zu sprechen. Aber ich beobachte. Ich sehe:

 

Auf diesem Bild: der Rücken noch gesund, die Haare lang, schwarz, aber hinter der Stirn schon der Kummer um all die gerade noch Lebendigen. Das Auswachsen der Kindheit, in einem langen stetigen Fluss des für immer Unbegreifbaren.

 

Wir schlagen Brücken, oder wir brechen ab. Einige von uns ertrinken: In ihrem Gewissen. In ihrem Überfluss. In ihrer unerwiderten Liebe.

 

Die Zeit heilt Wunden, indem sie neue reißt.

 

Meer – Das Fließende

Meer - Das Fließende  Isla volante
Meer – Das Fließende
Isla volante

Es ist das Fließende, das uns bricht.

Die Übermacht der Belanglosigkeiten

der Gedanken, die über uns hinweggehen,

während wir unermüdlich Steine sammeln

um Brücken zu bauen

die nirgendwohin führen

unter denen wir Schutz suchen

im nächtlichen Gewitter

 

Zwischen den Steinen

flüchtig skizzierte Lebensläufe

die Illusion

sich an etwas festhalten zu können

Endzündliches Material

und einige Elemente Wasserstoff

Aber nichts, das hält.

Nur die Haltungsschäden

einer unbeugsamen Zeit.