Leeres Gefäß

Ölgemälde „Die Quelle“ – Ursprung zum Projekt DAS KLEID- Elisabeth Masé

Es gab jene, die fürchteten mein Haar.

Es war rot, wie dieser Faden, mit denen sie ihre Geschichte

dem Stoff übergaben, es machte mich unverwechselbar.

Ich verlor den Kopf, wurde ein leeres Gefäß.

Man zog mich an.

Ich aber zog mich zurück in die Geschichten,

die mein Gesicht haben und kein Geschlecht.

Die wir einander schweigend erzählen.

Mit jedem Blick.

Anne Carson lesen

In einem Gedicht auf der anderen Seite steht Demut (steht ihm zu) während die Worte liegen bleiben (unverbraucht).

Ein Atem, der davon träumt nichts zu verwandeln.

Eine kleine Brücke über die (unwidersprochenen) Widersprüche.

 

Ruhig beständig

wie die Zeit

fällt der Regen

 

Anne Carsons wahnsinnig gewordenes grünes Wohnzimmer, das dem Blick nicht mehr standhält, sich wiedererkennbar verändert. Weil ihm endlich egal geworden ist, wie die Blicke auf ihm ruhen.

 

 

eingeschlossen

eingeschlossen in den zauber
des abwehrenden blicks
wächst die angst
wie sieben zwerge um schneewittchens sarg
bewacht sie das wachsende land
in dem nach und nach
das immer gleiche bild
die sicht verstellt