Acht mal zwei

Die Zahl zwei. Die Grundlage für den Gegensatz.

 

 

Ein Satz (eine Behauptung) und ein Gegensatz. Nicht um den Satz auzulöschen, auch nicht, um ihn zu widerlegen, nur um die Grenze aufzuzeigen, wie weit das Benennbare reicht.

 

 

Eine Markierung der Ränder. Die Zahlen sind der Gegensatz zu den Worten.

 

 

Eine vorläufige Versicherung. Weil Berechnungen keine Antwort sind, aber eine Begrenzung der Fragen.

 

 

Was wäre der Wind ohne die Zweige, mit denen er spielen kann? Und was sind die Zahlen, ohne einen, der sie zählt?

 

 

Wie soll man erwachen, wenn man vorher nicht geschlafen hat? Eine Tür öffnet sich, eine andere schlägt zu.

 

 

Das Charakteristische an einem Einfall ist, dass er allein kommt. Vollkommend einleuchtend, ohne einhergehenden Zweifel.

 

 

Eine Überlegung hingegen, baut auf etwas zuvor Einleuchtendem auf, das dann in Zweifel gezogen, zur Grundlage weitergehender Gedanken geworden ist. Also beweglich statt fest stehend.

 

Zehn mal eins

Die Unsichtbarkeit des eigenen Gesichtes.

Das ist Einsamkeit.

Oder Demut.

Anders als die Zahlen, sind die Worte nicht eindeutig.

Sind sie unberechenbar?

Brücken zwischen Mißverständnis und Verständnis.

Ohne Einsamkeit entsteht Geschriebenes nicht, schreibt Marguerite Duras, oder es bleibt blutleer.

Wie viele Arten der Einsamkeit gibt es?

Einsamkeit: Einen Samen in die Zeit legen.

Warten, dass er aufgeht.

Neun mal eins

Die Wirklichkeit ist unzählbar.

Die Wahrheit unteilbar.

Die Berechnungen nicht zu leugnen.

Was zählt, aber, ist der Rest.

Der Rest, das ist der Unterschied.

Die Zwischenräume in denen Leben stattfindet.

Unberechenbar und regellos.

Oder mikroskopisch klein.

Unsichtbar.

 

Acht mal eins

Eine Bewegung, die in der Beschleunigung zur Ruhe kommt.
Das ist paradox.
Also lebendig.
Eine Gleichung, bestehend aus den unterschiedlichsten Variablen, die alle zu einem identisches Ergebnis führen.
Berechenbar, aber nicht zu fassen.
Wir leben mit dem Bewusstsein der Fassungslosigkeit.
An die Stelle der staunenden Fassungslosigkeit setzen wir Berechnungen, Fragestellungen, die wir für lösbar halten.
Eitle Begriffe, denen wir Glauben schenken, weil sie die Wirklichkeit von uns fernhalten.

Fünf mal eins

Berechnungen der Vergangenheit sind das Einmaleins des Lebens.Berührungen löschen jegliche Berechnungen augenblicklich aus.

Eine Berührung, die sich in die Vergangenheit richtet, um der Vergänglichkeit zu trotzen, stellt sich als aussichtslos heraus.

Absurd zukunftsarm.

Mithin gegenwartsuntauglich.