Über den Tod

Angst

 

Als sehr junge Frau, schreibt Sabine Schiffner, habe sie den Tod viel stärker gefürchtet als jetzt. Vielleicht weil ich so alt bin wie sie, verstehe ich dieses scheinbare Paradox, dass sich der Abstand vom Tod zwangsläufig verringert und doch statt der Angst die Gelassenheit wächst.

Vielleicht weil die Angst vor den Schmerzen geringer geworden ist, seit ich bei der Geburt meiner Söhne erlebt habe, wie am Ende des Schmerzes eine wundervolle Verwandlung stehen kann. Oder ganz profan, weil ich an die Palliativmedizin glaube, an die Möglichkeit die Schmerzen, die den Tod begleiten, zu lindern.

Vielleicht ist unser Leben auch ein Gefäß, und eine gewisse Fülle schenkt in manchen Bereichen Gelassenheit. Begrenzung wird nicht mehr (nur) als Gefahr, als Bedrohung und Einschränkung wahrgenommen, sondern als etwas, das eine notwendige Form verleiht, und damit auch Halt gibt. Die Beruhigung, die im Gedanken liegt, dass wir endlich sind. Gleichzeitig die Unmöglichkeit, sich diese Begrenzung vorzustellen.

Die Welt ohne mich.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass ich mir Gedanken über den Tod mache. Tod und Sterben begleiten mich von frühester Kindheit an. Es ist auch nicht das erste Mal, dass ich darüber schreibe.

Vielleicht lässt der Tod mich nicht los, oder aber ich bin es, die den Tod nicht loslässt. Weit davon entfernt, eine Obsession für den Tod zu haben, aber auch nicht länger eine übergroße Scheu.

Wobei ein großer Unterschied besteht zwischen dem Gedanken zu meinem eigenen Tod und dem Tod derer, die ich überleben muss.

Acht mal zwei

Die Zahl zwei. Die Grundlage für den Gegensatz.

 

 

Ein Satz (eine Behauptung) und ein Gegensatz. Nicht um den Satz auzulöschen, auch nicht, um ihn zu widerlegen, nur um die Grenze aufzuzeigen, wie weit das Benennbare reicht.

 

 

Eine Markierung der Ränder. Die Zahlen sind der Gegensatz zu den Worten.

 

 

Eine vorläufige Versicherung. Weil Berechnungen keine Antwort sind, aber eine Begrenzung der Fragen.

 

 

Was wäre der Wind ohne die Zweige, mit denen er spielen kann? Und was sind die Zahlen, ohne einen, der sie zählt?

 

 

Wie soll man erwachen, wenn man vorher nicht geschlafen hat? Eine Tür öffnet sich, eine andere schlägt zu.

 

 

Das Charakteristische an einem Einfall ist, dass er allein kommt. Vollkommend einleuchtend, ohne einhergehenden Zweifel.

 

 

Eine Überlegung hingegen, baut auf etwas zuvor Einleuchtendem auf, das dann in Zweifel gezogen, zur Grundlage weitergehender Gedanken geworden ist. Also beweglich statt fest stehend.