Alter

Alter ist: die Dinge verlieren ihre Bedeutung. In jeder Falte verbirgt sich ein Verlust. Ich bin traurig und einsam. Aber das hat nichts mit der Wahrheit zu tun, oder mit den Umständen. Alles liegt nur an meinen beständig schlechter werdenden Augen, die sich weigern zu sehen.

06. Februar

Weder das eine noch das andere gelingt mir. Ich kann nichts wirklich bedeutsames formulieren, aber ebenso wenig gelingt es mir, zu schweigen.

Dieser Tag

Die Entfernung einer vertrauten Betrachtung
Da fließt die Hoffnung
(so ein bedächtiger Fluss)
die trägen einsilbigen Worte
der wiederholte Versuch
eigenmächtig die Sonne zu blenden
damit der Moment die Schatten verschluckt
das Fortdauern der Verständnislosigkeit
der leise Verrat der Begriffe
die Bedenkenlosigkeit eines traumlosen Glücks
die Oberfläche die sich auf die Bedeutung legt
so gerissen belanglos
wie dieser Tag

Unterbrechung

 

Ich habe ja schon berichtet von diesem Buch, das mich erreicht hat, das Buch, das Unterbrechungen zum Thema hat. Ich habe weder danach gesucht, noch es mir gewünscht und trotzdem ist es absolut folgerichtig und notwendig, dass dieses Buch gerade mich gefunden hat. Als hätte das Buch besser als ich selbst gewusst, dass das eines meiner großen Themen ist, derzeit. Die Unterbrechungen.

 

Was, wenn es gar keine Unterbrechungen gibt? Interruptions, interrumpir. Das sehr gewalttätige in diesem Begriff, der Bruch. Als würde etwas endgültig zerstört, gebrochen, zerbrochen. Aber unterhalb. Unbewusst? Unter der Oberfläche, also noch tiefer gehend als z.B. eine Entscheidung, die die Wege (die Möglichkeiten) scheidet, einen zurücklässt. Ungenutzt, aufgegeben, aber intakt.

 

 

Mit der Sonne brechen auch die Stimmen auf. Was falsch ist, falsch ausgedrückt und formuliert, aber richtig empfunden, wie der schräge Blick auf ein anmutiges Paar, auf das Leben und die Liebe, aus dem Blickwinkel des Neids, der Angst, der Unvollständigkeit. (Unvollständigkeit ist Bewegung, und Geschwindigkeit lässt die Konturen verschwimmen, sogar untergehen, eine Alternative zur Vereinigung. Was gleich aussieht, aber unterschiedliches bedeutet, weil es keine Geschichten erzählt, nur Trennlinien sichtbar macht.

 

Sinn – Sinne

Macht der Tod alles sinnlos, oder ist die Begrenzung des Lebens die Grundvoraussetzung, um überhaupt etwas als sinnvoll zu erfahren?

Spielt das eine Rolle? Und was genau bedeutet überhaupt Sinn?

Meint es nicht in erster Linie sinnlich, mit den Sinnen erfahrbar und nicht diese Ausrichtung auf ein abstraktes Ergebnis?

Vielleicht ist es genau diese Rückführung auf das sinnliche Erleben, weg von den Ergebnissen (der Zielstrebigkeit), die das Wesen der Kunst ausmachen und so zugleich erfüllend und entlastend wirken.

Erfahrung statt Bedeutung. Vielleicht ist das der ganze Sinn.

Sieben mal zwei

Die Erinnerung und die Vorstellung. Wenn sie eine Schnittmenge bilden vielleicht so etwas wie Gegenwart.

Ein Fehler und seine Berichtigung. Die Gegenwart der eigenen Auslöschung.

Oder zwei Menschen, Seite an Seite, Hand in Hand. Ist das Hoffnung, oder Gegenwart, Frage, oder Antwort?

Die Grenzen. Und hinter den Grenzen, die Lücken, die man nicht ergänzen darf.

Einer ist gut, aber ein anderer besser. Ein Gefühl und seine mangelhafte Übersetzung in Worte.

Die Namen und das Unbenennbare. Eine Berührung (zufällig) und einer, der nie wieder vergisst.

Einer der redet, und einer, der zuhört. Eine Bedeutung und das, was man davon versteht.