Erinnerungen

Der Tisch im Garten trägt eine weiße Decke aus Raureif. Im Kopf die verfälschte Erinnerung, dass früher alles besser war. Ich stärker, die Dinge klarer. Vielleicht suche ich immer noch dieses alte Ich und kann es nicht finden, weil ich genau das all die Jahre versäumt habe: mich zu ändern. Mich nicht mit liebevoller Verwunderung zurückgelassen habe auf dem Weg.

 

Diese Mutter

Diese Mutter, die nicht von einem Tag auf den anderen, sondern von einer Minute zur nächsten, jegliches Interesse an ihren Kindern verliert.

Sie, für die es nichts Wichtigeres gab als die Kinder, die alles richtig machen wollte, sich selbst ständig vernachlässigte, zurücknahm, wurde auf einmal egoistisch. Sie war sich selbst so wichtig geworden, dass sie alles um sich herum vergaß.

Sie, die früher, die solange sie denken kann, nach Vorbildern suchte, nach Anleitungen dafür, wie man ein Leben führt, wie man unterschiedliche Rollen ausfüllt, gibt nichts mehr auf die Meinung anderer, interessiert sich nicht länger für richtig und falsch.

 

Und als ich sie ansprach, wie sie sich das alles erklärte, denn sie hatte nichts abgestritten, sie hatte die Änderungen durchaus selbst bemerkt, sagte sie nur, sie sei jetzt bereit zu sterben.

Transformation (1)

Transformation 1
Transformation 1

Alles im Leben ist einem ständigen Änderungsprozess unterworfen. Wie das Wasser ist alles im Fluss, selbst im vermeintlichen Stillstand findet Veränderung statt. Man kann sie leugnen, aufhalten kann man sie nicht. Nachdem ich eine Zeitlang unter der Thematik des Alters theoretisch und manchmal schmerzhaft ernsthaft, über dieses Phänomen nachgedacht habe, starte ich jetzt eine kleine Folge, in der ich mit den Umformungen spiele, Transformationen, die aus unscheinbaren alltäglichen Bildern etwas anderes machen, vielleicht geheimnisvoll, vielleicht schön, vielleicht absurd. Wie das Leben.