Abbruch

Nein, ich will nicht. Ich sagte das jetzt immer häufiger. Natürlich nicht laut. Nur zu der Stimme in meinem Kopf. Oder sagte es die Stimme in meinem Kopf zu der, die ich für mich hielt?

Ich verlief mich nicht mehr in meinen Gedanken, weil sie allesamt abbrachen, irgendwo mitten auf dem Weg, nicht einmal vom Weg abkamen, sondern einfach verreckten, endeten, so absolut, als wäre nichts gewesen, kein Brotkrumen vom Weg bis zu diesem Abbruch blieb zurück. Die fraß in atemberaubender Geschwindigkeit die Zeit, der Hund, der Zweifel. Ist auch egal, wie man es nennt, nur schnell muss ich dem einen Namen geben, weil sonst, wie gesagt…

Zustand und Bausubstanz

Abriss

Es muss etwas geben, das ich nachfüllen kann. So viel taghelle Schwere (und wie sich das anhören würde ohne Adjektiv).

Wir blicken jetzt immerzu (ohne zu blinzeln) dem Tod ins Gesicht.

In der Straße, in der ich seit sechs Jahren wohne, wird das dritte Haus abgerissen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass das etwas über mein Leben aussagt. Zustand und Bausubstanz. So alt wie ich ist Anne Sexton nie geworden. Aber ich hänge noch am Leben. Mehr als an diesem Gedicht, das so statisch ist, wie manche Tage, bevor sie unter der Last (Kraft) der Nacht unerwartet zusammenbrechen.