Die Erfindung der Einsamkeit

Die Erstausgabe des Buches datiert auf 1982, meine Ausgabe ist von 1999 und das muss auch das Jahr gewesen sein, in dem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber es kommt mir vor, als müssten weit mehr als dreizehn Jahre zwischen der ersten Lektüre von Paul Austers „Die Erfindung der Einsamkeit“ und heute liegen. Vielleicht weil es ein Buch ist, das mit dem Leser lebt, das vergisst und sich erinnert und immer gleichzeitig neu und vertraut ist. Das letzte Mal, daran kann ich mich noch gut erinnern, habe ich dieses Buch vor vier Jahren gelesen. Damals habe ich mir eine Unmenge von Stichpunkten gemacht, zu Gedanken, die ich weiter verfolgen wollte, zu Dingen, die ich recherchieren wollte.

Gestern habe ich den Essay von Simone Schröder „Manchmal wie ein großer schwarzer Kasten“ (in der EDIT 59) gelesen, und das, was sie von den Möbeln der Verstorbenen Freund-Großmutter erzählt, ihre ganz eigene Auseinandersetzung mit „Dingen, die niemand mehr braucht“, haben mich an Die Erfindung der Einsamkeit erinnert und eben nicht nur erinnert, sondern zum Bücherregal getrieben, wo ich das Buch zum Glück nach sehr kurzer Suche gefunden habe (etwas, das selten genug geschieht).

Jetzt liegt das Buch auf dem Küchentisch, der Himmel strahlt sommerblau und ich beginne ein neues Lesetagebuch, nachdem ich mit dem Mann ohne Eigenschaften wieder einmal gescheitert bin.

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