Friedhöfe

Friedhof in Las Palmas
Friedhof in Las Palmas

Was sucht man auf einem Friedhof? Die Verletzungen im Marmor (das ist nicht von mir, sondern von der wunderbaren Valeria Luiselli), einen lebendigen Menschen Einen Spiegel? Eine Erinnerung? Trost?

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Ausweitung

Während die Eltern nach und nach Körperfunktionen und Gedächtnis einbüßen, weitet die Tochter sich aus, verinnerlicht die Vergangenheit, die Geschichten, breitet sich in den Zimmern aus, die die Eltern nicht mehr betreten, übernimmt Verantwortung und verliert Achtung.

Wie soll man Eltern gegenübertreten, die weder ihre Namen noch die notdürftigsten Umgangsformen kennen?

Wie lange kann man sich zusammennehmen, wenn das Mitleid verbraucht ist?

Kurze Unterbrechung

Paul

Ich bin ein paar Tage weg. Hoffe den Pergamon Altar zu sehen und vielleicht die Kippenberger Retrospektive, viele Fotos von häßlichen und schönen Orten, Gleisen und Bahnhöfen mitzubringen.

Der Künstler des oben abgebildeten Fotos ist wieder einmal P.

Wir wünschen euch eine gute Zeit.

Winterreise

Die Winterreise ist ein Zyklus, der mich nicht loslässt.

Gedichtet von Wilhelm Müller, der die Vertonung durch Schubert nicht mehr erleben sollte, in unzähligen Adaptionen bearbeitet, hat mich der Film „Die Winterreise“ von Hans Steinbichler mit Josef Bierbichler fasziniert, was beinahe ganz allein Bierbichler geschafft hat, der selbst ein Lied aus der Winterreise singt.

Der Leiermann macht mir jedes Mal Gänsehaut. Und obwohl Fischer-Dieskau der größte Sänger sein mag, packt mich Bierbichlers Interpretation fast noch mehr.

15. April

Auf einem Blog, das ich sehr gern lese, nimmt gerade jemand Abschied von seinem Vater. Ob das real ist, oder fiktiv, spielt keine Rolle. Ich erinnere mich an „Die Erfindung der Einsamkeit“, das Buch, in dem Paul Auster Abschied nimmt von seinem Vater und ich überlege, warum ich das Buch, in dem Simone Beauvoir Abschied von ihrer Mutter nimmt, bis heute nicht gelesen habe, obwohl es sehr lange schon in meinem Regal steht.

Ich denke auch darüber nach, wie ich mich, viele Jahre nach dem Tod meiner Eltern, von denen ich nie richtig Abschied nehmen konnte, wissenschaftlich an diesem Thema abgearbeitet habe. Und kaum war die Arbeit beendet, bin ich schwanger geworden.

Ich denke daran, wie viel sich verändert hat, wirklich oder nur scheinbar, bezüglich der Auseinandersetzung mit Tod und Sterben.

Es bleibt unteilbar. Eine Passage, die jeder allein machen muss. Der, der geht, und der, der zurückbleibt.

Pause

Vermutlich wird es eine Weile lang ruhig bleiben hier. Es gibt zwei Projekte, die mir wichtiger sind, als ich dachte und die außerdem mehr Kraft und Zeit beanspruchen, als ich vermutet hatte. Ich schaffe es nicht, dazu auch noch einen zweiten Blog zu betreiben und das Zeitnetz ist mir momentan lieber und wichtiger.
Aber ich bin mir sicher, das ist nicht das letzte Wort, es kommen andere Zeiten und dann werde ich wieder Mützen falten. Vielleicht schon bald.

Machs gut und Danke für den Fisch

Keine Ahnung wohin der Beitrag verschwunden ist, den ich gerade geschrieben habe. Jedenfalls stand darin, dass die Mützen hier ruhen, weil die Falterin der Mützen sich in Berlin entfaltet, ein paar Tage lang, unter anderem während sie Taryn Simons Ausstellung ansieht. Euch lasse ich ein Lied von einem meiner Lieblingsgesangkünstler hier: