100 Worte. 100 Tage. Tag 57

„Aber mir kommt ihr Leben so vor wie eine lange Meditation über das Nichts.“

Clarice Lispector. „Der große Augenblick“.

Es gibt Sätze die alles enthalten, und gleichzeitig nichts. Die das Nichts an sich beinhalten und deswegen unausschöpflich sind. Jedes Mal, wenn ich mich in sie versenke, laufe ich Gefahr, mich zu verlieren. Zum Beispiel an die Frage, was das wäre; dieses Ich, das ich zu verlieren riskiere. Und woran ich es verlieren würde. Was ich dafür gewinnen könnte. Und wie seltsam, denke ich, während ich das schreibe, dass der Konjunktiv von sein gleichlautend mit dem Wort Würde ist. Ein so schwer beladenes Wort und die Möglichkeitsform schlechthin. Vereinigt in einem Wort, allein getrennt durch groß oder klein geschriebene Anfangsbuchstaben.

3 Gedanken zu “100 Worte. 100 Tage. Tag 57

  1. ja. sich im (oder in? was für ein unterschied!) nichts verlieren… und über die und das „würde“ hab ich auch schon öfter nachgedacht. wie philosophisch! übrigens, tolle aktion diese 100 worte, 100 tage, bringt fein-sinnige gedanken hervor. 👍

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