100 Worte. 100 Tage. Tag 8

„Wenn ich bete, bete ich rückwärts.“

Senthuran Varatharajah „Rot (Hunger)“

Die Richtung ist entscheidend. So sagt man. Guck nach vorn sagte man mir, als ich ein Kind war und ständig über meine eigenen Füße stolperte, weil es so viel rechts und links vom Weg zu sehen gab. Guck nach vorn sagte man mir, als ich untröstlich war über einen Verlust. Diese Sätze waren weder Schutz noch Trost. Jetzt gehe ich rückwärts, ich habe alles im Blick und sehe wie es sich langsam entfernt. Ich betrete den Widerspruch und ich tue es sehr langsam. Niemand hinert mich. Rückwärts entfernt sich die Welt, die mich von hinten erfassen wird. Früher oder später.