100 Worte. 100 Tage. Tag 6

„mir fällt ein dass ich heute nacht

geschrien habe im schlaf“

Sabine Schiffner „Wundern“

Mitten in der Nacht, es ist vielleicht 3 Uhr morgens, erwache ich von einem Schrei. Es ist mein eigener. Mit weit geöffneten Augen liege ich neben dem verebbten Schrei, mein Herz schlägt schneller als gewohnt. Die Brustdecke hebt und senkt sich unregelmäßig. Es ist kalt, aber auf meiner Stirn perlt Schweiß. Ich habe den Traum nicht vergessen, der mich hat schreien lassen, aber ich habe mit mir selbst ein Abkommen getroffen, dass ich ihn weder aussprechen noch aufschreiben werde. Auf diese Weise ist er gebannt. Und wir sind allein, die Nacht, der verhallte Schrei und mein sich langsam beruhigendes Herz.