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In der Verwandtschaft werden jetzt Menschen dement, die man als sehr elegant und klug in Erinnerung hat. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es ein irgendwie folgerichtiges Verhalten ist. Die Welt wird immer komplexer und die Möglichkeiten all das zu verarbeiten immer geringer. Vielleicht ist es auf eine gewisse Art logisch, einfach in die eigene Welt abzutauchen und alles andere auszublenden. Ich weiß, dass es nicht so einfach ist. Als Schülerin habe ich im Altenheim gearbeitet. Das traurigste, was ich dort erlebt habe war eine Frau, die dement war, aber zwischendurch helle Momente hatte während derer sie realisierte, dass sie die Kontrolle über ihr Leben verloren hatte. Dieses Gefühl sich selbst zu verlieren, absolut ohnmächtig zuzusehen, wie man sich verwandelt. Es war ein großes Entsetzen, eine uferlose Traurigkeit.

Ich lese z.B. die Briefwechsel bei Take Care und mir wird wieder einmal klar, dass ich sehr viele, vielleicht die allermeisten Entscheidungen in meinem Leben getroffen habe, indem ich keine Entscheidung getroffen habe. Ich weiß nicht, was trauriger ist, diese Tatsache an sich, oder dass ich es erst jetzt wirklich begreife. Nur für meine Kinder habe ich mich von Anfang an bewusst entschieden, und eigentlich auch für die Art des Lebens mit ihnen.