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Alle schreiben Jahresrückblicke. Ich zucke mit den Schultern. Aber dann lese ich die Nachricht von T. Was gut war, schreibt er und ich merke, wie schlecht ich mich an dieses Jahr erinnern kann. Es ist als hätte eine andere es an meiner Stelle erlebt. Die Abifeier von P., der Schulwechsel von M., für mich das erste Mal der Rollenwechsel von der Teilnehmerin zur Leiterin bei einem Schreibworkshop, mein Entschluss jetzt noch einmal ein Studium zu beginnen, da war so viel Aufbruch. Und nichts davon ist übrig zum Ende des Jahres. All diese Ereignisse scheinen vor langer Zeit und nicht erst vor wenigen Monaten geschehen zu sein. Das Jahr hat mich müde gemacht. Oder vielleicht haben mich auch nur die letzten Wochen so müde gemacht. Ich kann das nicht mehr unterscheiden. Ich rufe mir noch einmal das schöne Projekt der Graugans ins Gedächtnis um ein wenig Zuversicht und Hoffnung zusammenzukratzen, um nicht völlig desillusioniert in das neue Jahr zu gehen. Ich wünsche euch was. Gesundheit und Hoffnung. Durchhaltevermögen und mehr Zuversicht als ich gerade aufbringen kann. Und ganz viel Liebe. Ohne stehen wir das nie durch.