13. Oktober

Vielleicht geht es aber auch darum, denke ich, als ich Martina Hefters „Tanzen“ lese, das Unperfekte, vermeintlich Hässliche und Minderwertige genau so anzuerkennen wie das vermeintlich Gute, Perfekte und Vollkommene. Vielleicht muss man seinen Blick schulen, um das Vollkomme des Unperfekten zu erkennen. Zu einem Gleichgewicht zu gelangen, indem man die wertenden Unterscheidungen überwindet. Und in dieser neuen Balance ist auf einmal ganz viel Leichtigkeit, und die Welt viel reicher an Schönheit als man sich das vorstellen konnte.

12. Oktober

Was „Dresden: Die zweite Zeit“ teilweise fast schmerzhaft zu lesen macht für mich, ist der Eindruck, dass Drawert nur Beschwernisse, Leiden und vor allem Ungerechtigkeiten beschreibt. Diese Ohnmacht, die ich dann als Leserin fühle, tut beinahe körperlich weh.

Erst nach dieser, Drawerts, Lektüre, ist mir aufgefallen: es gibt Fotos von mir und meiner Mutter und von mir mit meinem Vater. Kein einziges auf dem wir drei zusammen sind.