(41)

Das Kleine, das im Großen aufgeht, und das Große, das nur groß werden kann mit Hilfe des Kleinen. Wie anstrengend es ist, immer wieder das Gleichgewicht suchen (und herstellen) zu müssen. Die Märchen in denen es immer den Punkt gibt, an dem sämtliche Abenteuer überstanden, und alle Aufgaben gelöst sind. Der Held am Ziel angelangt fortan fröhlich weiterlebt bis zum Ende. Und wie lange ich geglaubt habe, dass das Leben so ist. Und wie enttäuscht ich manchmal immer noch bin, wenn ich merke, so funktioniert es nicht. Die Wirklichkeit ist anders.

(und warum ich das überhaupt veröffentliche, obwohl ich es beschämend finde, angesichts all der Katastrophen, die Abend für Abend in den Nachrichten über mich hereinbrechen über die Luxusproblemchen nachzudenken, weiß ich selbst nicht so genau).

4 Gedanken zu “(41)

  1. „… ich es beschämend finde, angesichts all der Katastrophen, die Abend für Abend in den Nachrichten über mich hereinbrechen über die Luxusproblemchen nachzudenken …“
    diese art scham empfinde ich auch, ja. sie hilft doch letztlich niemandem, sage i mir dann, bewirkt ja nichts – außer dass sie mich selber schwächt, wovon die welt kein bisschen besser wird. und geht es nicht eigentlich darum, den zustand der welt überhaupt zu bemerken, die katastrophe(n) „wahr“zunehmen, dann so damit umzugehen, wie es die eigenen (materiellen, physischen, psychischen, sozialen, geistigen …) ressourcen erlauben …? wie meinolf sagt, denke auch i: kein grund, sich zu schämen.

    1. ja, dieser zwiespalt nicht wahr? natürlich hilft das niemandem, aber irgendwie ist es eben doch beschämend, nur durch die gnade der geburt in diesem und nicht jenem fleck der erde, so viel besser dran zu sein, als so viele andere. aber vielleicht habt ihr recht und das wahr nehmen genügt, weil es möglicherweise eine basis schaffen kann, von der aus dann eben doch (wenn auch nur im mikroskopisch kleinen) gehandelt werden kann.

  2. ja. ein nicht endender balanceakt.

    denke grad an das konzept „sünde“: wenn menschen leiden, dann eben deshalb, weil mensch gesündigt hat (bei individuellen schicksalsschlägen) bzw. weil mensch der kollektivschuld/erbsünde unterworfen ist (bei katastrophen). vielleicht eine bewältigungsstrategie, sich nicht konfrontieren zu müssen damit, dass schlichtweg nichts sicher ist; verzweifeltes ringen um erklärung, um ordnung, gerechtigkeit, kalkulierbarkeit, einflussnahme, selbstwirksamkeit: gebet, magie, opfer, gelübde, regeln, verbote, kasteiung, selbstbeschränkung, auch scham vielleicht …

    oh, i kann nicht mehr schreiben, bin unterwegs. ein mordsthema, diese besondere art der scham u ihr myzel …

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