Auseinandersetzungen mit der Freiheit

Seit mittlerweile 5 Ausgaben freue ich mich sobald die Volltext im Briefkasten liegt, ganz besonders auf Jan Wilms Begegnungen in der Autofiktion. Das ist genau die Art von Auseinandersetzung mit Literatur, die mich einnimmt, so – diesen überflüssigen Satz kann ich mir entgegen besseren Wissens nicht verkneifen – möchte ich auch schreiben. Über Bücher, über Gedichte, über meine Lektüre. In seiner aktuellen Begegnung mit Peter Weiss, Hervé Guibert und dem eigenen Penis, schreibt Wilm: „Ich bin nicht fürs Feuilleton tätig, sondern für die Literatur.“ Ja, denke ich, das ist der Weg, den ich irgendwann verlassen habe, von dem ich abgekommen bin, immer weiter weg von der Literatur an sich, hin zu den vermeintlichen Ansprüchen und Erfordernissen des Feuilletons. Wie dämlich. Aber Freiheit, das habe ich schon häufig in allen möglichen Formen von Texten geschrieben, ist etwas, womit ich nach wie vor schlecht umgehen kann. Etwas, das mir womöglich immer noch und immer wieder, Angst macht. Auch dazu hat Wilm einen leuchtenden Satz: „Man wird zum Künstler, weil man sich vor dem Leben fürchtet, weil die Angst alles durchsträhnt, weil der Sturz ins Innere eine ungeheure Furcht verströmt.“ Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Begegnung mit Wilm und der Autofiktion. Und bis dahin versuche ich selbst wieder etwas regelmäßiger hier zu schreiben.