Entfernungen, Zöpfe

Ich sei im Moment nicht anwesend in mir, sagte meine Mutter dem Besucher an der Tür. Der seine Jugend unter die kussbereite Zunge legte, und ging. Seines Wegs, oder dahin. Vielleicht geriet er auf Abwegen zum Ziel. Während meine Haare wuchsen, obwohl ich in keinem Turm lebte. Höchstens vielleicht in einem Turm aus Selbstmitleid. Helfen in diesem Fall auch Haare? Lang und zu einem Zopf geflochten?

Ich bin immer so weit entfernt vom Verständnis, wie das Meer von mir. Das Unverständnis überschwemmt mich wie die Flut. Und lässt mich dann auf dem Trockenen zurück.

Ein Gedanke zu “Entfernungen, Zöpfe

  1. Ein irgendwie alarmierender Text. Ist es eine wohlmeinende Mutter? Ist es eine abwehrende?
    Der tiefe Wunsch, die Welt und sich selbst verstehen zu wollen – und die Entfernung, fast Unmöglichkeit dieses Standes.

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