Entwicklung

Wenn ich lese, wie jemand ein Gedicht, das mich nicht angeht, das ich bestenfalls merkwürdig, oder eher seltsam finde, argumentativ zum Meisterwerk kürt, hat mich das bis vor kurzem beschämt. Weil ich ja nicht erkannt habe, wie großartig und wertvoll das, was ich gelesen habe, in Wirklichkeit ist. Jetzt zucke ich mit den Schultern und denke mir, dass Gedichte, die mir viel bedeuten demjenigen, der hier von Meisterwerken geschrieben hat, womöglich völlig unberührt lassen. Und beide haben wir das Recht auf unsere Leseweise und darauf, uns übereinander zu wundern.

2 Gedanken zu “Entwicklung

  1. Ja, genau. So was Ähnliches dachte ich vor ganz kurzem auch bei einem Film, den jemand in den Himmel lobte und ich Na ja fand. Ist das Reifen? Selbstwerdung? (Es fühlt sich gut an.)

  2. Und damit verbunden auch für die Autor*innen, dass vermutlich auch die eigenen Schreibstücke von diesem und jenem gemocht und von diesem und jenem beiseite gelegt werden.

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