Bücher hamstern, Erkenntnisse sammeln

Bücher hamstern ist ja nichts, was ich jetzt entdecke, um den Buchhandel zu retten, sondern eher mein Alltag, solange das Geld reicht, decke ich mich mit Büchern ein. Gestern kam unter anderen Benjamin Maacks „Wenn das noch geht kann es nicht so schlimm sein“ an.

Und es hat wirklich eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, dass die Zahlen, die Überschriften aus ausgeschriebenen Zahlen, die Tage bezeichnen, von denen Maack erzählt. Von denen er manchmal nicht mehr als eine an ihn gerichtete Frage erzählt, und ein anderes Mal mehr.

Immer fühle ich mich ertappt, und gleichzeitig verstanden. Da steht plötzlich, was ich vor vielen Jahren bei der Gruppentherapie in der psychosomatischen Klinik gedacht habe:

„Ich habe keine Gründe, nur Wehwehchen. Ich dürfte gar nicht hier sein. […] Ich wünschte, ich hätte ein richtiges Problem. Aber irgendwie habe ich ein falsches.“

In der Gruppentherapie war eine Mutter, deren Sohn verunglückt war, eine Frau, die mit einem Alkoholiker verheiratet war, und als wäre das nicht schwer genug, hatte sich ihre Mutter gerade umgebracht. Und ich. Mit meinen falschen Problemen. Mit meinen unspezifischen, nicht verschwindenden Schmerzen, für die die Ärzte aber keine körperlichen Ursachen finden konnten. Ein Jahr später haben sie dann doch die Ursachen gefunden, ich wurde operiert und das Problem war gelöst.

Depressiv war ich immer mal wieder, aber damals in der Klinik vermutlich so wenig wie selten. Auf jeden Fall zu wenig, um mich nicht heute noch zu schämen, wenn ich mich im Stuhlkreis sehe, mit denen, die wirkliche Probleme hatten. Richtige Probleme.