Durcheinander, Bedenkenträger, hin- und her…

Ich hätte diese Einträge einfach mit Zahlen versehen sollen, dann müsste ich nicht ständig wieder meist doch höchstens halb passende Überschriften erfinden.

Die Stimmen, die das Herunterfahren des wirtschaftlichen und sozialen Lebens als Chance sehen, werden leiser, während sich (noch) alle Bürger*innen relativ klaglos an die Beschränkungen halten. Aber die Besorgnis wächst, wie die gerade noch auf unbestimmte Zeit geltenden Maßnahmen alles, was vorher normal gewesen ist, verändern, wenn nicht gar zerstören werden. Die Zahl der Infizierten wächst weiter rasant.

Sven Opitz spricht in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung sinngemäß von der Machtlosigkeit gegenüber der Angst. Geld, Wissenschaft, all diese sonst hochgradig wirksamen Instrumente versagen angesichts der aktuellen Pandemie. Das erklärt ein bisschen die Stimmung. Meine eigene und die sogenannte gesamtgesellschaftliche. Aber eigentlich wünsche ich mir gar keine Erklärungen, sondern eine Vision. Jemanden, der schreibt, wie danach alles ganz anders werden kann, statt immer wieder zu betonen, dass es lange dauern wird, wieder zur Normalität zurückzukehren. Sondern eine ganz neue Normalität heraufbeschwört, eine, die sich auf das wirklich Notwendige konzentriert, eine, die nicht länger um das goldene Kalb Geld herumtanzt. Eine, die eine echte Alternative zum Wachstum aufzeigen kann. Aber dieser Wunsch wird mir nicht erfüllt.

6 Gedanken zu “Durcheinander, Bedenkenträger, hin- und her…

  1. Wir werden die Freiheit, wenn sie uns zurückgegeben wird, mehr zu schätzen wissen, glaube ich. Und wir werden nicht mehr glauben, dass die Welt untergeht, wenn ausnahmsweise mal unser Lieblingsjogurt ausverkauft ist. Europa wird hoffentlich in vielen Fragen bessere Kompromisse zwischen Superstaat und Nationalstaaten eingehen können und die Krankenhausbudgetdeckelungen werden, das hoffe ich, als ein gewichtiges Hemmnis in Zeiten von Epidemien, ad acta gelegt.

  2. Ich befürchte Schlimmes. Dass wir uns daran gewöhnen, dass es solche krassen Einschnitte vom Staat gibt, wenn eine Situation es hergibt.
    Ich habe gerade keine Kraft für eine positive Vision.

  3. Wohl gesprochen, muetzenfalterin. Ich glaube nicht, dass die Industrienationen irgendwann einfach da weitermachen können, wo sie aufgehört haben, selbst wenn sie das dummerweise wollten. Ich habe auch die Hoffnung, dass die anhaltende Ausnahmesituation alle zwielichtigen Gestalten, die sich jetzt noch an die Macht klammern, ‚entzaubern‘ und sie überflüssig machen wird. Das wäre doch schon mal ein Riesenschritt! Vielleicht wird die Globalisierung mit all ihren kranken Aspekten auf ein vertretbares Maß zurückgestutzt. Wenn wir alle erfahren, dass wir mit viel weniger Konsum, mit viel weniger Mobilität auskommen, finden wir möglicherweise auch Gefallen an diesem Weniger. – Für die nächste Zukunft wünsche ich mir ‚Corona-Bonds‘. Möge sich der reiche Norden Europas zu dieser Solidarität durchringen! Und ich wünsche mir, dass nirgendwo auf der Welt noch ein Kohlekraftwerk ans Netz geht, denn das wäre wirklich selbstmörderisch. (Diese Skepsis habe ich durchaus auch noch: Dass die Welt ungebrochen im Bann des Todes steht und weiter all die Sachen macht, die sie umbringen wird anstatt sich, wie ich es mir, wie Du, wünsche, darauf zu besinnen, wie das Leben geschützt und gestärkt werden kann.)

    1. ja, das wäre wunderbar, wenn die zwielichtigen, sich an die Macht klammernden Gestalten aufflögen, und die Globalisierung nicht länger Wachstums- sondern Solidaritätsinteressen verfolgen würde. Und wir lernen, dass Beschränkung wertvoll ist. Genau in die Richtung wünsche ich mir politische Modelle! Zusammenarbeit statt Wettbewerb, das funktioniert ja an einigen Stellen schon erstaunlich gut, sowohl Politik als auch Wissenschaft und Wirtschaft versuchen an vielen Stellen interdisziplinär Lösungen zu finden. wenn das als Lehre dieser Krise nachhaltig weiter das politische Handeln bestimmt, wäre die Krise im Nachhinein vielleicht wirklich ein Weichensteller gewesen. Wir dürfen ja alles machen jetzt, Angst haben, besorgt sein, oder trotzig optimistisch, nur aufhören zu träumen dürfen wir nicht!

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