22.03. 2020

Jetzt also ein Versammlungsverbot für mehr als zwei Personen.

Ich habe seit ewigen Zeiten nicht mehr so viel Radio gehört und Zeitung gelesen. Nur dass sich die Zeitung und das Radio jetzt meistens auf dem Smartphone befinden. Überhaupt bin ich gerade ziemlich dankbar für all die sozialen Medien, für den ganzen technischen Fortschritt. Es tut mir gut, immer wieder lesen zu können, wie unterschiedlich Menschen jetzt dieser Krise begegnen, was sie denken und empfinden.

Während mir die offiziellen Zahlen große Angst machen, 800 Todesfälle gestern in Italien, 600 Todesfälle in Spanien in nur 24 Stunden.

Unheimlich auch, wie viele Parallelen es zum Ausbruch der Pest im Mittelalter gibt, auch damals ein Verbot von Gottesdiensten, die Empfehlung Abstand zu wahren, Errichtung von Spitälern, um die Familien zu entlasten und zu schützen, die Hoffnung, die damals im Glauben lag und nicht in der Wissenschaft.

Auch heute wieder ein langer Spaziergang. Der Wald belebter als sonst. Die Menschen halten Abstand und suchen Blickkontakt.

Langsam kommt so etwas wie erholsame Entschleunigung bei mir an. Ideen sammeln sich, und ich gebe ihnen Zeit, damit sie entscheiden können, ob sie sich entwickeln wollen, oder wieder verschwinden.

Mal sehen, was sich ändert, wenn ich morgen wieder zur Arbeit muss. M. ist seit Donnerstag im Homeoffice, ich muss ins Büro. Noch.