Verluste und Gewinne, Veränderungen

Ich habe jetzt wirklich wieder das Bedürfnis, hier zu schreiben. Das ist lange her.

Die Bilder aus Italien gestern Abend waren erschreckend. Gefühlt schreibt jetzt alle Welt Corona Tagebücher. Eine Kollegin sagte gestern: wir erleben gerade ein kollektives Trauma. Einige können damit besser umgehen als andere. Alles ist weit entfernt von irgendeiner Art von Entspannung. Vielmehr spitzen sich die Dinge weiter zu. Das Wetter scheint sich der Stimmung anzupassen. Gestern nur bewölkt, heute feinster Nieselregen.

Mich irritieren die Menschen, die weitermachen als hätte sich nicht innerhalb weniger Tage alles geändert, und diese Menschen sind wiederum vermutlich irritiert von mir. Ich will jetzt keine Tagungen, und Begegnungen schränke ich auf das absolut notwendige ein. Mir fehlen die Begegnungen, der Austausch, aber ich habe auch Angst vor der Entwicklung, wenn nicht jeder einzelne von uns seinen Teil der Verantwortung übernimmt.

Die gemeinsamen Mahlzeiten dauern jetzt von Abend zu Abend länger. Die Kinder, die längst keine Kinder mehr sind, rücken wieder enger zusammen.

Was mir wirklich fehlt, ist die Leichtigkeit, die zuvor so selbstverständlich gewesen ist.