Hanau

Man weiß gar nicht wohin mit sich vor Trauer und Wut, schreibt Max Czollek, und ich zitiere das einfach, weil ich nach wie vor sprachlos bin angesichts dessen, was am Mittwoch geschehen ist. Wir müssen auf unsere Sprache achten sagt Steinmeier und Merkel sagt, Hass und Rassismus sind Gift. Warum nur hat es so lange gedauert, bis wir das endlich erkennen? Einige Antworten dazu liefert auch Kübra Gümüsays Buch Sprache und Sein, die wichtigste Lehre für mich aus diesem Buch ist aber die „Erlaubnis“ Fehler zu machen, sich zu entwickeln, nur so können wir doch gemeinsam versuchen eine neue Gesellschaft zu schaffen. Nur auf die Straße zu gehen genügt nicht, wir brauchen Utopien und Mut, gerade auch Mut, zu scheitern, Fehler zu machen, uns unsere Beschränktheit einzugestehen, weil das ja auch bedeutet, dass wir einander brauchen. Gümüsay macht mit ihrem klugen Buch Mut, sich nicht nur mit anderen Sichtweisen, sondern auch mit der eigenen Begrenztheit auseinander zu setzen, um Austausch an die Stelle von Abgrenzung zu setzen.